CDU Mutterstadt
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Vertrauensvorschuss

KOMMENTAR

Von Jörg Schmihing
Die Mutterstadter haben ihren künftigen Bürgermeister gestern mit einem satten Vertrauensvorschuss ausgestattet. Fast 70 Prozent der Stimmen sind für den Sozialdemokraten Hans-Dieter Schneider ein riesiger Erfolg einerseits, eine riesige Hypothek andererseits. Denn: Von dem Mann, der ab Juli die Geschicke ihrer Gemeinde lenken wird, erwarten die Bürger mehr als nur solide Gemeindefinanzen oder schöne Grußworte zu den passenden Gelegenheiten. Der Nachfolger Ewald Ledigs muss schnelle Erfolge bei der Lösung zentraler Probleme vorweisen können. Wie gelingt es ihm, den Durchgangsverkehr aus dem Ortskern zu verbannen? Was erreicht er beim Thema Biogas-Anlage und Geruchsbelästigung?

Der gewaltige Vorsprung des Wahlsiegers vor Jochen Becker und Volker Reimer gründet zu großen Teilen auf der Überzeugungskraft Schneiders als Wahlkämpfer. Die Person war Programm. Zu einem geringeren Teil ist der Erfolg des SPD-Kandidaten aber auch Ausdruck der offenkundigen Defizite seiner Kontrahenten. Becker war zu kurz im Geschäft, Reimer war als Parteiloser allein auf weiter Flur. Nicht zuletzt muss auch der eine oder andere Christdemokrat aus Ärger wegen der innerparteilichen Probleme um die zurückgezogene Kandidatur von Klaus Lenz sein Kreuzchen für Hans-Dieter Schneider gemacht haben. Auch diese Frustrierten muss der neue Bürgermeister mit Taten überzeugen.

Die Person war Programm: Hans-Dieter Schneider hat als Wahlkämpfer überzeugt und große Erwartungen an sich geweckt.