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Hans-Dieter Schneider siegt im ersten Anlauf

MUTTERSTADT: SPD-Kandidat vereinigt mehr als 69 Prozent der Stimmen auf sich - Wahlbeteiligung bei 58,7 Prozent

Von unserem Redakteur

Jörg Schmihing

Durchmarsch im ersten Anlauf: Hans-Dieter Schneider (SPD) hat bei der Bürgermeister-Direktwahl gestern mit 69,69 Prozent der Stimmen auf Anhieb den Sprung an die Spitze der Mutterstadter Verwaltung geschafft. Der von CDU und FDP aufgestellte Kandidat Jochen Becker erreichte 19,72 Prozent. Volker Reimer (parteilos) landete bei 10,58 Prozent. Der 52-jährige Schneider tritt am 1. Juli die Nachfolge von Bürgermeisters Ewald Ledig (parteilos) an, der seine Amtszeit auf eigenen Wunsch vorzeitig beendet. 58,7 Prozent der 9738 Wahlberechtigten in Mutterstadt haben gestern von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht.

Als gegen 18.20 Uhr die erste Hochrechnung mit dem Abstimmungsergebnis der Briefwähler und einem von neun Wahlbezirken auf der Leinwand im Mutterstadter Rathaus-Foyer erschienen, kam spontaner Applaus aus dem sozialdemokratischen Lager. Das vorläufige Endergebnis, das Ewald Ledig schließlich eine knappe Viertelstunde später verkündete, bestätigte den Trend dieser Zahlen. Die geschlagenen Jochen Becker und Volker Reimer waren unter den Ersten, die dem neuen Bürgermeister zu seinem haushohen Sieg gratulierten.

Das Resultat, das er in dieser Höhe nicht erwartet habe, sei ein „großer Vertrauensbeweis und eine große Verpflichtung" gleichermaßen, sagte Hans-Dieter Schneider im RHEINPFALZ-Gespräch. „Ich weiß, dass die Bürger viel erwarten", so der 52-Jährige mit Blick auf die prägenden Wahlkampfthemen Verkehrsbelastung und Geruchsproblematik. Als ausschlaggebend für seinen Erfolg bezeichnete der bisherige Zweite Beigeordnete den „sicherlich höchsten Bekanntheitsgrad" der drei zur Wahl stehenden Kandidaten. Unter anderem deswegen habe er auch keinen parteibezogenen Wahlkampf geführt, sondern seine Person in den Mittelpunkt gestellt, unterstrich der Werbefachmann, der auch Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion ist.

Becker: Wahlkampf war richtig

Schneider kritisierte rückblickend den Versuch von Kreis-Vertretern der Christdemokraten und Liberalen, sich von außen in den Mutterstadter Bürgermeisterwahlkampf einzumischen. „Das war teilweise unter der Gürtellinie, was da gelaufen ist", sagte er mit Hinweis auf Schriftstücke, die in der Gemeinde verteilt worden seien. Sein Eindruck: „Ich habe auch viel Zuspruch von CDU-Stammwählern bekommen." Seiner Favoritenstellung sei er sich durchaus bewusst gewesen: „Ich hatte ein gutes Gefühl, aber das ist eben auch nicht mehr als ein Gefühl."

Mit seinem Ergebnis - „von Null auf fast 20 Prozent" - zeigte sich der von FDP und CDU gemeinsam ins Rennen geschickte Jochen Becker trotz des deutlichen Abstands zu Sieger Schneider „sehr zufrieden". Gemessen an den Zahlen der RHEINPFALZ-Meinungsumfrage im Vorfeld der Wahl habe man in den vergangenen zwei Wochen offenbar den richtigen Wahlkampf geführt, sagte der 36-jährige Jurist. Damals lag Becker bei jenen Befragten, die sich bereits für einen der drei Kandidaten entschieden hatten, noch gleichauf mit Volker Reimer bei 15 Prozent. „Der Anfang ist gemacht", deutete das FDP-Mitglied an, sich auch in Zukunft kommunalpolitisch engagieren zu wollen. Er sprach rückblickend von „spannenden und arbeitsreichen Wochen".

Reimer: Leute wählen nach Parteien

„Natürlich hätte ich mir ein höheres Ergebnis gewünscht", resümierte der parteilose Bürgermeister-Kandidat Volker Reimer sein Abschneiden. Er habe es als Unabhängiger ohne eine Partei im Rücken schwer gehabt, mit vergleichbarem Aufwand in den Wahlkampf zu gehen, sagte der stellvertretende Leiter der Bauabteilung im Mutterstadter Rathaus. Seine Chance habe er von Anfang an in einer möglichen Stichwahl gesehen.

„Es ist anscheinend so, dass viele Leute doch nach der Partei wählen", interpretierte der Vereinsfunktionär. Etwas mehr Offenheit ins Rathaus zu bringen und die Parteipolitik aus dem Rathaus zu verbannen, diese Ziele hätte Reimer gerne umgesetzt. „Jetzt habe ich wenigstens die Chance, noch ein paar Tage Skifahren zu gehen", meinte er scherzhaft.