stichwort
In einer Biogas-Anlage werden Strom und Wärme und - gleichsam als Nebenprodukt - Dünger aus Biomasse gewonnen. Die Mutterstadter Firma Zeller plant, ihre Anlage im „geschlossenen Betrieb", das heißt ohne freien Luftaustausch mit der Umgebung, zu fahren. Wie bisher sollen Müllfahrzeuge den organischen Abfall anliefern, der jedoch erst nach Passieren einer Schleuse in einer Halle abgeladen wird. Dort wird der Biomüll zerkleinert, störende Materialien wie Metall oder Folie werden abgetrennt. Diese sollen in der GML-Müllverbrennungsanlage in Ludwigshafen verfeuert werden. Der zerkleinerte Biomüll wird durchmischt und ausgepresst. Der so genannte „Presskuchen" - rund 55 Prozent der Eingangsmenge - mit einem Restfeuchtigkeitsgehalt zwischen 30 und 40 Prozent soll nach Grünstadt transportiert und dort kompostiert werden. Die ausgepresste Flüssigkeit - rund 35 Prozent der ursprünglichen Biomasse - wird danach mit Hilfe von Methan-Bakterien vergoren, wobei sie mehrere Behälter und Prozesse durchläuft. Bei der Gärung entsteht ein methanhaltiges Gas, das in Generatoren verbrannt werden kann. Der Strom soll ins Netz eingespeist werden. Die Verwendung der Abwärme ist laut Zeller noch nicht geklärt. Sie könnte etwa zur Trocknung von Brennmaterial dienen. Der Gärrest, schätzungsweise 10.000 bis 12.000 Tonnen Flüssigkeit, soll laut Zeller weitgehend geruchslos sein und entweder in der Müllverbrennung eingesetzt werden oder in der Landwirtschaft als Dünger dienen, da er Stickstoff und Phosphor enthält. (arts)