Zweiter Beigeordneter mit Chancen auf Sieg ohne Stichwahl - Knapp ein Viertel der Wähler noch unentschlossen
Von unserem Redakteur Jörg Schmihing Hans-Dieter Schneider ist derzeit der klare Favorit auf die Nachfolge Ewald Ledigs als Bürgermeister der Gemeinde Mutterstadt: 50 Prozent der Wähler würden dem SPD-Kandidaten einer aktuellen Umfrage des Mannheimer Meinungsforschungsinstituts CMR zufolge ihre Stimme geben. Seine beiden Konkurrenten, Jochen Becker (FDP/CDU) und Volker Reimer (parteilos), landen bei der Erhebung im Auftrag der RHEINPFALZ jeweils bei 11 Prozent.
Knapp ein Viertel der Wahlberechtigten hat noch keine Entscheidung getroffen, welchen der drei Bewerber sie am 4. März unterstützen werden. Vom Wahlverhalten der Unentschlossenen hängt es aber aller Wahrscheinlichkeit nach davon ab, ob der 52-jährige Schneider den Sprung an die Verwaltungsspitze der 13.000 Einwohner zählenden Gemeinde am 4. März auf Anhieb schafft oder 14 Tage später noch einmal bei einer eventuellen Stichwahl gegen den Mitbewerber mit der zweithöchsten Stimmenzahl antreten muss.
Gefährden kann den wahrscheinlichen Erfolg des Mannes, der seit 1997 bereits Zweiter Beigeordneter in Mutterstadt ist, im Extremfall „eine niedrige in Verbindung mit einer sehr einseitigen Wahlbeteiligung" - so interpretiert CMR-Experte Michael Mohr das Resultat des RHEINPFALZ-Wahlbarometers. Ein Beleg für die komfortable Lage Hans-Dieter Schneiders: Unter jenen 357 der 500 Befragten, die sich knapp 14 Tage vor der Wahl schon für einen der drei Kandidaten entschieden haben, liegt der SPD-Mann mit 70 Prozent noch etwas deutlicher in Führung. Reimer und Becker kommen innerhalb dieser Personengruppe auf jeweils 15 Prozent.
Die Rolle des parteilosen Volker Reimer, der immerhin als vielfach engagierter Vereinsfunktionär und stellvertretender Leiter der Bauabteilung im Mutterstadter Rathaus ins Rennen geht, und des von Liberalen und Christdemokraten gemeinsam aufgestellten Jochen Becker, scheint zumindest dem Ergebnis des CMR-Stimmungsbildes zufolge aufs Zuschauen beschränkt zu sein. Das Duell auf den Plätzen verspricht dennoch interessant zu werden: Landet der 36-jährige Jurist Becker mit Unterstützung der CDU als aktuell stärkster kommunalpolitischer Kraft im Gemeinderat trotz geringen Bekanntheitsgrades einen Achtungserfolg? Oder läuft ihm der 52-jährige „Ur-Mutterstadter" Reimer mit dem wohl höheren Bekanntheitsgrad den Rang ab?
Der Vorteil Jochen Beckers: Er wirkt offenbar sympathisch. Zumindest 39 Prozent der von den Meinungsforschern befragten Wahlberechtigten empfinden das so. Das Pfund, mit dem Volker Reimer hingegen wuchern kann: seine langjährige Verwaltungserfahrung. Diesen Aspekt schätzen jedenfalls 59 Prozent der Mutterstadter Umfrageteilnehmer.
Dass bei der Direktwahl des Bürgermeisters auch parteipolitische Einflüsse und damit vielleicht auch das Hin und Her um den zwischenzeitlichen christdemokratischen Kandidaten Klaus Lenz eine Rolle spielen, verneinen die Befragten: Nur 27 Prozent lassen sich bei ihrer Entscheidung von der Parteizugehörigkeit der Bewerber leiten. Der Rest setzt ganz offenkundig auf die jeweiligen Fähigkeiten und Eigenschaften der einzelnen Aspiranten auf das höchste Amt in der Gemeinde.