MUTTERSTADT: Auf den Nachfolger des amtierenden Bürgermeisters Ewald Ledig warten schwierige Aufgaben
Von unserem Redakteur Martin Schmitt Wenn der neue Bürgermeister am 2. Juli erstmals auf dem Chefsessel im Mutterstadter Rathaus Platz nimmt, wartet eine Menge Arbeit auf ihn. Viele der 13.000 Einwohner klagen über üble Gerüche, die immer wieder durch den Ort wabern. Für Unmut sorgen zudem Blechlawinen und Schwerlastverkehr auf den Dorfstraßen. Daran geknüpft ist die weitere Entwicklung der Ortsmitte.
Auf die Frage nach den wichtigsten kommunalpolitischen „Baustellen" antworten Mutterstadter in vielen Fällen zuallererst mit „Gestank". In der Tat gibt es seit Jahren immer wieder Beschwerden der Einwohner darüber, dass üble Gerüche, die aus dem Gewerbegebiet in den Ort ziehen, die Lebensqualität der Anwohner beträchtlich einschränken würden. Mittlerweile hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die für reine Luft sorgen will.
Als Hauptverursacher des Gestanks gilt in der Gemeinde der Kompostierbetrieb Zeller, bei dem pro Jahr 17.000 Tonnen Biomüll aus dem Kreis sowie den Städten Ludwigshafen und Speyer landen. Davon werden 5000 Tonnen direkt in Mutterstadt verarbeitet, der Rest weitertransportiert. Weil Zeller darüber hinaus die Errichtung einer Biogas-Anlage plant, mehren sich im Ort die Befürchtungen, die Geruchsbelastung könnte noch zunehmen.
Selbiges gilt auch für den Verkehr. Laut einer Zählung der Lokalen Agenda passieren täglich rund 54.000 Fahrzeuge die Gemeinde, darunter gut 700 Lkw. Gerade die sind es, die alle politischen Kräfte möglichst schnell aus dem Ort verbannen möchten. Nachdem ein Durchfahrverbot erst einmal vom Tisch ist, ruhen die Hoffnungen auf der Südumgehung, dem Anschluss des Gewerbegebietes „Fohlenweide" über die L 524 an die B 9. Spürbare Entlastung soll darüber hinaus die Anbindung des Pfalzmarktes an die A 61 bringen. Für beide Projekte laufen die Planungen, für erste Schritte bei der Südumgehung stehen im Landeshaushalt auch Gelder bereit.
Ganz aus eigener Kraft muss Mutterstadt die Kosten für das Veranstaltungshaus „Palatinum" schultern. laut Bürgermeister Ewald Ledig (parteilos) pendelt der Zuschussbedarf alljährlich zwischen 250.000 und 300.000 Euro. Weil dazu noch Posten wie Abschreibungen und Ähnliches kommen, liegen die tatsächlichen Kosten für die Gemeinde jedoch deutlich höher.
Zwar weist der Haushalt für dieses Jahr einen kleinen Überschuss aus, aber große Sprünge kann Mutterstadt künftig nicht machen, wissen die Verantwortlichen. Zumal einiges an kommunalem Vermögen brach liegt - etwa in Form von Grundstücken im Neubaugebiet „Am Alten Damm". Deren Absatz läuft nur äußerst schleppend.
Dabei wird das Geld gebraucht: Sowohl die Neugestaltung des Ortskerns als auch die Sanierung des alten Feuerwehrhauses sind nicht für umsonst zu haben. Und dann steht da noch die Einrichtung eines „Bürgerbüros" im Raum, das die Verwaltung wieder näher an die Mutterstadter rücken soll.