LUDWIGSHAFEN: Nur Schifferstadt und Orte der Verbandsgemeinde Maxdorf steigern ihre Gewerbesteuer-Einnahmen
In Zeiten knapper Kassen und steigender Umlagen stellt die Gewerbesteuer als Haupteinnahmequelle für viele Gemeinden im Rhein-Pfalz-Kreis den einzigen Hoffnungsschimmer dar. Im vergangenen Jahr durften sich allerdings nur die Verbandsgemeinde Maxdorf und Schifferstadt über höhere Einnahmen als 2005 freuen, in den übrigen Kommunen im mittleren Landkreis stagnierten oder sanken die Einnahmen.
Den niedrigsten Hebesatz verlangte die Ortsgemeinde Maxdorf, am tiefsten in die Taschen greifen mussten die Gewerbetreibenden in Schifferstadt. Die einzige Stadt im Kreis verbuchte mit rund vier Millionen Euro die höchsten Einnahmen. „Dieses Ergebnis übertraf unsere Erwartungen sogar um etwa 300.000 Euro", sagt Kämmerer Albrecht Kolb. Großen Anteil an dieser positiven Entwicklung habe der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung, von dem auch die Betriebe in der Stadt profitierten. Zudem hätten sich 2006 einige neue Unternehmen in Schifferstadt angesiedelt. „Ebenfalls einen entscheidenden Beitrag leisteten die Nachzahlungen aus den Jahren 2003 und 2004", berichtet Kolb.
Mehreinnahmen aus ihrer wichtigsten Einnahmequelle schöpften daneben Birkenheide, Fußgönheim und Maxdorf. In Birkenheide lag das Ergebnis mit 390.000 Euro rund 40.000 Euro über den Erwartungen, Fußgönheim strich statt der geplanten 550.000 Euro rund 580.000 Euro ein. In Maxdorf, wo man mit 1,25 Millionen Euro gerechnet hatte, spülte die Gewerbesteuer 1,4 Millionen Euro in die Kasse. „Auch gegenüber dem Vorjahr haben sich die Einnahmen 2006 in allen drei Ortsgemeinden erhöht", berichtet Klaus Becker, Steuersachbearbeiter der Verbandsgemeinde Maxdorf.
Den Erwartungen entsprachen die Einnahmen in Neuhofen. „Wir hatten 1,46 Millionen Euro kalkuliert, 1,45 Millionen Euro wurden es letztlich", berichtet Kämmerer Frank Juchem. Im Vorjahr habe man zwar 300.000 Euro mehr eingenommen, das sei aber auf Nachzahlungen zurückzuführen gewesen. Insgesamt bewegten sich die Einnahmen über die Jahre hinweg auf etwa gleich bleibendem Niveau. Die Hälfte des Geldes stamme von fünf großen Firmen, der Rest verteile sich auf viele mittlere bis kleine Unternehmen.
Geringe Mindereinnahmen verzeichnet Kassenleiter Bernd Kiefer in Böhl-Iggelheim. „Wir rechneten mit 950.000 Euro, am Ende wurden es leider nur 903.000 Euro", sagt er. Gegenüber 2005 fällt der Unterschied deutlicher aus: Damals hatte die Gewerbesteuer noch 1,1 Millionen Euro eingebracht. Ein deutliches Minus gegenüber dem Plan beklagt Altrips Kämmerer Patrick Fassott. Statt der erhofften 670.000 Euro hätten die Betriebe nur 585.000 Euro an die Gemeinde abgeführt. „Das liegt wohl daran, dass unsere Firmen in Branchen tätig sind, die der allgemeine Aufwärtstrend nicht so sehr erfasst hat", vermutet er. Für 2007 habe die Gemeinde deshalb den Plan mit 610.000 Euro vorsichtshalber erheblich nach unten korrigiert.
In Mutterstadt sanken die Einnahmen gegenüber 2005 um 400.000 Euro auf nun 1,4 Millionen Euro. „Dafür ist wohl die Struktur unserer Firmenlandschaft verantwortlich", meint Kämmerer Achim Hammer. Denn statt produzierenden Betrieben überwiege der Handel, und diesem mache die Ansiedlung gleich mehrerer Großmärkte in den Nachbarorten schwer zu schaffen.
Ein Minus in Höhe von 800.000 Euro gegenüber 2005 musste Limburgerhof verkraften. Dort sanken die Einnahmen aus der Gewerbesteuer von 4,5 Millionen Euro auf rund 3,7 Millionen Euro im Jahr 2006. „Dieses Ergebnis hatten wir allerdings eingeplant", so Kämmerer Friedhelm Senck.
Von „einem durchweg enttäuschenden Jahr" spricht Günter Beckstein, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim. In der Ortsgemeinde Dannstadt-Schauernheim beispielsweise unterschritten die Einnahmen mit 1,1 Millionen Euro die Erwartungen um rund 200.000 Euro und sanken gegenüber 2005 um 700.000 Euro. (mamü)