Jochen Becker (FDP) setzt auf Flexibilität
„Frischer Wind für Mutterstadt." Mit diesem Wahlspruch will Jochen Becker (FDP) punkten. Eine „Verwaltungsstarre" hat der 36-Jährige in Mutterstadt ausgemacht. Eine zentrale Anlaufstelle, die Dienstleistungen bietet und Bürger nicht abschreckt, würde in seinen Augen einen großen Schritt auf dem Weg zu einer modernen Verwaltung bedeuten.
Bürgerbüro heißt das Zauberwort. Ein einziger Behördengang soll dann genügen, um sich mit Müllsäcken einzudecken oder sein neues Auto anzumelden. Als weiteres Manko bei der Verwaltung nennt der Verwaltungsjurist unzureichende elektronische Kommunikationsmittel. „Es muss beispielsweise möglich sein, sich online in Mutterstadt anzumelden. Zudem müssten die Öffnungszeiten flexibilisiert werden. Bürger können sich ihre Zeit nicht um die Verwaltung herum organisieren", sagt Becker.
Das Genehmigungsverfahren für die viel diskutierte Biogasanlage will er in Kooperation mit der Firma Zeller im Auge behalten. „Ich habe die Hoffnung, dass der Gestank weniger wird. Mir ist natürlich bekannt, dass für den Betrieb der Anlage größere Mengen von Bioabfällen benötigt werden", betont der FDP-Mann, dessen Kandidatur auch der Mutterstadter CDU-Ortsverband unterstützt. In engem Zusammenhang damit stehe die Verkehrsbelastung. Die Anbindung der L 524 an die B 9 sei daher genauso unumgänglich wie die Entschärfung des Medardusrings, ergänzt er.
Möglichkeiten zur Kooperation mit umliegenden Gemeinden sieht Becker im Zuge der Umstellung des kommunalen Haushalts auf die doppelte Buchführung. „Wenn jede Gemeinde bei der EDV ihr eigenes Süppchen kocht, fehlt hinterher das Geld, um Mitarbeiter fortzubilden", mahnt er. Ebenfalls wichtige Anliegen sind ihm Vereinsförderung und Kinderbetreuung.
Schon als Becker mit seinem Jura-Studium an der Mannheimer Universität begann, hätten Freunde ihm zugetraut, politisch tätig zu werden. Nachdem der amtierende Bürgermeister Ewald Ledig (parteilos) definitiv mitgeteilt hatte, seine Amtszeit nicht zu Ende zu bringen, und die FDP auf ihn zugegangen war, stand für Becker die Kandidatur fest. „Ich dachte mir, dass es nicht ausreicht, sich immer nur hinzusetzen und zu kritisieren", sagt der 36-Jährige. Erste politische Erfahrungen sammelte Becker als Mitglied des Rat für Kriminalprävention in Mutterstadt. Mitglied bei den Liberalen ist der gebürtige Pirmasenser seit 2004.
In seiner juristischen Ausbildung konzentrierte sich Becker, der seit 22 Jahren in Mutterstadt lebt und verheiratet ist, früh auf Verwaltungsrecht. Er war tätig am Landgericht in Frankenthal, beim Pfälzischen Oberlandesgericht Zweibrücken und bei der damaligen Kreisverwaltung Ludwigshafen. Darüber hinaus studierte Becker an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Heute ist er Partner einer Anwaltskanzlei in Ludwigshafen. Seine vor kurzem fertiggestellte Doktorarbeit trägt den Titel: „Gleichbehandlung von Frauen und Männern im Arbeitsleben".
Der FDP-Mann bezeichnet sich selbst als „begeisterten Radfahrer" und hat fast immer ein Buch auf dem Nachttisch liegen. (os)
Im Internet
www.jochen-c-becker.de