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Mit Infoständen die Welt verändern

LUDWIGSHAFEN: Junge Union größte politische Nachwuchsorganisation im Rhein-Pfalz-Kreis
Sie wollen die Welt verändern und kämpfen für Generationengerechtigkeit, wirtschaftlichen Aufschwung, gegen die Gentechnik oder gegen die Globalisierung. Politisch organisierte junge Leute haben völlig unterschiedliche Ziele. Eines ist aber bei allen Jugendorganisationen der Parteien - der „Heimat" der meisten Engagierten - gleich: Sie rekrutieren Nachwuchs für die „große" Politik. Eine Bestandsaufnahme im Rhein-Pfalz-Kreis.

Fast jede der Bundesparteien hat eine Jugendorganisation. Diese Vereinigungen sollen Jugendliche schon vor dem Wahlalter an die jeweilige Partei binden. Im Rhein-Pfalz-Kreis ist die größte Herausforderung für die Jugendverbände das Werben neuer Mitglieder.

„Party and Politics", so lautete ein Motto der Jungen Union, um Jugendliche für die Parteiarbeit zu begeistern. Eben nicht nur diese soll im Vordergrund stehen, sondern auch Feste, Veranstaltungen und Ausflüge.

„Aber weder mit dem einen, noch mit dem anderen Thema konnten Jugendliche begeistert werden", bilanziert Andreas May, Kreisvorsitzender der CDU-Nachwuchsorganisation im Rhein-Pfalz-Kreis. Für den 29-Jährigen steht fest: „Mund-Propaganda wirkt am besten." Jugendliche, die sich bereits in der Jungen Union engagieren, würden mit ihrer Begeisterung Freunde mitreißen und so für neue Mitglieder sorgen. Aktuell hat der Kreisverband 390 Mitglieder, so die Auskunft Mays.

Die „Jusos", die Jugendorganisation der SPD, profitiert wie die Junge Union von der „Zwangsüberweisung" junger Parteimitglieder. Wer unter 35 Jahre alt ist und einer der Parteien beitritt, wird automatisch auch in deren Jugendorganisation aufgenommen.

„Wir versuchen neue Mitglieder mit einem speziellen Programm zu werben. Zuerst probieren wir es in Frankenthal aus. Wenn es funktioniert, wird es ausgedehnt", sagt Marco Thomas vom Unterbezirk Ludwigshafen-Frankenthal. „Leider haben wir wenig Schüler, die aktiv sind. Die meisten unserer Mitglieder sind um die 20 Jahre alt", so Thomas. Eine der Aufgaben sieht Thomas in der Unterstützung der SPD. „Wir helfen bei Infoständen oder Veranstaltungen. Dort kümmern wir uns um die Aufbauarbeiten", sagt der 25-Jährige. Nicht alle Mitglieder würden sich von der SPD ernst genommen fühlen. „Das ist natürlich kritisch", bedauert Thomas. „Manche unserer Mitglieder kommen aus SPD-geprägten Haushalten, andere nicht, also bunt gemischt", sagt er.

Auch keinen Überfluss an Mitgliedern hat die Grüne Jugend Ludwigshafen zu verzeichnen, der auch Jugendlichen aus Nachbargemeinden beitreten können. Vorstandssprecher Florian Katzer setzt ebenfalls auf Mund-Propaganda, wenn es um die Mitgliederwerbung geht. „Derzeit haben wir ungefähr 15 Mitglieder", so der 25-Jährige. „Manche Mitglieder ziehen wegen des Studiums um, das ist dann manchmal ein Problem", sagt er. Die Politikverdrossenheit, die auch Jugendliche befällt, sieht er als eine der Hauptschwierigkeiten, wenn es darum geht, neue Mitglieder zu werben.

Auch bei den Jungen Liberalen, der Jugendorganisation der FDP, werden Parteimitglieder unter 35 nicht automatisch der Jugendorganisation zugeordnet. „Wir haben aktuell 20 aktive Mitglieder. Um Karteileichen zu vermeiden, haben wir vor kurzem alle Mitglieder angeschrieben", sagt Kreisvorsitzender Christian Kaller. „Wir organisieren Stände und den Straßenwahlkampf", so der 20-Jährige. Die Julis könnten Jugendliche für die Politik gewinnen: „Immerhin sitzen drei von uns im Europaparlament." (sfk)