MUTTERSTADT: Firma Zeller gilt als Verursacher des Gestanks - Ledig kündigt weiteren Gesprächstermin an
Zum Jahreswechsel wird traditionell Bilanz gezogen, ein Blick zurück und auf kommende Aufgaben geworfen. Mit den Bürgermeistern aus dem Rhein-Pfalz-Kreis haben wir über die Situation vor Ort gesprochen.
Von unserem Mitarbeiter
Christian Gaier
Für den Mutterstadter Bürgermeister Ewald Ledig (parteilos) war 2006 das letzte volle Jahr seiner Amtszeit, die am 30. Juni zu Ende geht. „Egal, wer mein Nachfolger wird, er hat genug zu tun und kann nicht die Hände in den Schoß legen. Die Geruchsbelästigung durch Biomüll und die Sanierung der Holzterrasse am Palatinum waren zwei Aufreger im vergangenen Jahr, die auch künftig für Diskussionen sorgen werden.
Die Frage, um die sich in Mutterstadt alles drehte: Wer ist für die Geruchsbelästigung verantwortlich? „Es ist nur der Biomüll, der sach- und fachgerechter verarbeitet werden müsste. Dazu haben wir im Januar ein internes Gespräch terminiert", kündigt Ledig an.
Teilnehmen werden daran Vertreter der Gemeinde, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd in Neustadt, des Entsorgungsunternehmens GML Ludwigshafen und des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft des Rhein-Pfalz-Kreises sowie Andreas Zeller, Geschäftsführer der als Verursacher des Gestanks ausgemachten Kompostieranlage. „Wir brauchen die Anlage und Zeller, aber das muss in einem Verfahren durchgeführt werden, das die Anlieger nicht belästigt", so Ledig.
Erleichtert ist der Bürgermeister darüber, dass die Diskussion um die bauliche Ausführung des Palatinums mit dem Gemeinderatsbeschluss, die Holzterrasse für 127.000 Euro neu zu gestalten, beendet ist. „Ob 2007 oder 2008, steht noch nicht fest. Das hängt davon ab, wie der Verleger das Holz bekommt und wie lange es braucht, um den richtigen Trockenheitsgrad zu haben. Lieber lassen wir uns etwas mehr Zeit, und das Holz ist dann in Ordnung", unterstreicht er. Das 1998 eingeweihte Palatinum sei zwar „weiterhin ein finanzieller Klotz am Bein", verweist er auf jährliche Kosten zwischen 250.000 und 300.000 Euro. „Aber wir sind auch froh und stolz, dass wir das Palatinum haben."
Zufrieden stimmt ihn, dass der Haushalt 2007, „wenn auch mit Mühe", ausgeglichen sei. Die Gemeinde muss künftig weiterhin viel Geld in die Hand nehmen. „Was in den nächsten zwei Jahren eine beachtliche Summe kosten wird, ist die Erneuerung des Kunstrasens im Sportpark", verweist Ledig auf einen geschätzten Betrag von 300.000 bis 350.000 Euro. 2008 soll der Kreisel an der Brücke zwischen Mutterstadt und Dannstadt-Schauernheim verwirklicht werden, der die Zufahrt zum Pfalzmarkt über landwirtschaftliche Wege ermöglicht. 30.000 Euro soll die Anbindung zweier Agrarbetriebe an den Kreisel kosten. Die Landwirte müssen dann nicht mehr durch das Neubaugebiet „Am alten Damm" und die Ortsmitte fahren. Wichtig aus Ledigs Sicht für die Entlastung vom Schwerlastverkehr ist auch die Anbindung der L 524 an die B 9.
Die Weichen für den von Ledig gewünschten Radweg zwischen Mutterstadt und Limburgerhof seien gestellt. „Die Geländefrage ist bereits gelöst. Wir haben unser Hausaufgaben gemacht. Jetzt fehlen nur noch die 200.000 Euro, die das Land zur Verfügung stellen will und muss", schildert der Bürgermeister. Die Zusage von Ministerpräsident Kurt Beck liege jedenfalls vor. Als eines der „positivsten Erlebnisse der letzten Jahre" wertet der 63-Jährige, dass es ihm gelungen sei, die Post davon zu überzeugen, dass es keinen besseren Standort für die Postagentur gebe, als das alte Postgebäude. Am 1. Oktober erfolgte der Umzug. „Viele haben gar nicht gemerkt, dass der Besitzer gewechselt hat", ist Ledig überzeugt.
„Man darf als Bürgermeister nie ganz zufrieden sein. Wir haben einiges bewegt, aber nicht alles. Aber es muss für meinen Nachfolger ja auch noch etwas zu tun geben", zieht Ledig eine vorläufige Bilanz seiner 15-jährigen Amtszeit.