Geschäfte im Blockfeld klagen über rückläufige Umsätze - Guter Branchenmix
Ein Friseur, zwei Bäcker, ein Kiosk und viele weitere Möglichkeiten: Eigentlich hat das Geschäftsgebiet im Blockfeld alles, was ein kleines Einkaufszentrum braucht. Doch die zahlreichen Parkplätze, von denen jeder Laden aus in Kürze zu erreichen wäre, bleiben oft leer. Unerklärlich, denn die Händler locken mit attraktiven Angeboten.
Das Kiosk „Mutters Presseshop" von Thomas Mutter hat eine lange Tradition. Seit fast 25 Jahren werden hier Zeitschriften, Zigaretten, Lotto, Süßigkeiten und noch vieles mehr angeboten. Seit ungefähr sieben Jahren ist Mutter Betreiber und am Anfang lief es sehr gut. „Doch seit der HL-Markt weg ist und wir den Euro haben, läuft es schlechter", bedauert er. Laufkundschaft gibt es kaum noch, seit der Lebensmittelmarkt fehlt. Dennoch unverständlich, da die Geschäftsdichte Kunden anziehen müsste. Persönlicher und individueller als in den Großmärkten am Ortsrand können hier Besorgungen getroffen werden. „Es ist ein guter Standort und im Gegensatz zur Ortsmitte haben wir beste Parkmöglichkeiten", sagt Mutter.
Zudem liegt das Gebiet zentral. Seit etwa einem Jahr hat er sein Sortiment umgestellt. Von den Geschenkartikeln hat er sich mehr auf den Bastelbereich verlagert. Außerdem bietet er Textilveredelung mit T-Shirt-Druck an. Aber auch Schlüsselbänder und Tassen können individuell bedruckt werden. „Das mache ich dann auch mal über Nacht." Die Mehrwertsteuer wirkt sich kaum auf seine Preise aus. „Lotto und Zeitschriften behalten die Preise bei und beim Großteil meines Sortiments werde ich nichts ändern", verspricht Mutter.
Nur zwei Geschäfte weiter ist der Augenoptiker Ralf Schneider mit „Augenblick. Brillen und mehr" ansässig. Seit sechs Monaten betreibt er den Laden und wundert sich ebenfalls über die geringe Kundschaft. „Es ist doch eine Toplage. Kurze Wege, alles kann nah angefahren werden und im Schnäppchenmarkt gibt es sogar ein paar Lebensmittel", grübelt Schneider. Mit seinen preiswerten Angeboten für Brillen und Kontaktlinsen möchte er nicht nur Schüler der nahe gelegenen Integrierten Gesamtschule ansprechen. „Ich habe günstige Fassungen und Wechsellinsen. Zudem gibt es fünf Prozent Sonderrabatt", betont Schneider.
Wer gerade da ist, kann nebenan bei „Gabi Moden" nach neuer Kleidung stöbern, bevor er auf dem Weg zu „Paolettis Discountmarkt" möglicherweise noch etwas in der Apotheke besorgt. Die Eigentümerin der Blockfeld-Apotheke, Friederike Lorek, ist seit 2001 am Platz. „Eine Apotheke hat einen Sonderstatus", stellt sie fest. Da viele Ärzte in der Nähe sind, betrifft sie der Wegfall des Marktes weniger. „Aber man merkt, dass das Leben nachgelassen hat. Die Verlagerung der Märkte an den Ortsrand ist traurig", findet Lorek. Denn das Blockfeld sei ein gesundes Wohngebiet. Es gibt Einkaufsmöglichkeiten, eine gute Busanbindung und freitags sogar einen Markt, „der belebt". Außerdem liegt das Gebiet an einer Straße mit viel Durchgangsverkehr.
So liegt die Bäckerei Görtz auf dem Weg, um abends Brot zu holen. „Zu uns muss man nicht weit laufen, besonders ältere Leute schätzen das", sagt Martina Spießröhr von der Bäckerei. Auch sie würde sich über mehr Kunden freuen. „In der Stadt ist mehr los, dafür liegen wir zentral", erklärt sie. Neben ihr lockt die Eisdiele „Il Gelato" im Sommer die Gäste. Und wer dann noch wenige Meter geht, kann die Backkunst der Bäckerei-Konditorei Norbert Scheuermann testen oder sich im Salon Scanu von Toni Scanu und Team frisieren lassen. Im Blockfeld liegt alles nah beieinander. (sxm)