MUTTERSTADT: Lokale Agenda stellt heute Indikatoren-Bericht im Gemeinderat vor - Diskussionsprozess anstoßen
Ein Heimatort, der mit Energie sparsam umgeht, das schuldenfrei wirtschaftet, mit viel Grün, funktionierenden Nachbarschaften und entspannter Verkehrssituation - dies sind einige der Wünsche von Mutterstadtern an ihre Gemeinde, wie sie die Lokale Agenda in einer „Vision" im Jahr 2001 formuliert hat. Doch wie lässt sich messen, ob sich die Kommune auf dem „richtigen Weg" befindet? Darüber diskutiert heute, 19 Uhr, Rathaus, der Gemeinderat.
„Indikatoren für ein nachhaltiges Mutterstadt" heißt der 41 Seiten umfassende Bericht, den die Lokale Agenda gemeinsam mit der Verwaltung und den im Rat vertretenen Parteien ausgearbeitet hat. Er soll ein schwieriges Unterfangen ermöglichen: nämlich zu messen, ob sich die 13.000-Einwohner-Gemeinde „auf unsere Vision zu bewegt", wie es Brigitte Dittrich-Krämer umschreibt. Die Agenda-Sprecherin hat das Projekt seit den ersten Gedankengängen hierzu im Jahr 2003 vorangetrieben. Das nun vorgelegte Werk soll laut Dittrich-Krämer jährlich fortgeschrieben werden - um die zwischenzeitliche Entwicklung in der Gemeinde mit Zahlen greifbar zu machen.
„Zuerst haben wir uns überlegt: Wie soll Mutterstadt im Jahr XY aussehen? Und dann haben wir uns gefragt: Wie können wir uns dieser Vorgabe nähern und diese Schritte auch messen", beschreibt die Agenda-Aktive das Vorgehen. Die Idee: In bestimmten „Handlungsfeldern" wurden so genannte Indikatoren festgelegt, beispielsweise im Bereich „Natur" der Indikator „Anzahl Bäume in der Gemeinde".
Dann erfolgte eine Bestandsaufnahme, die Eingang in den jetzigen Bericht gefunden hat, etwa eine Baumzählung. Über eine jährliche Fortschreibung soll so ein Vergleich möglich werden - und anschaulich machen, wo es Fortschritte gibt und wo nicht.
Was bei Bäumen oder der Ausstattung der Kinderspielplätze auf kommunaler Ebene noch vergleichsweise einfach zu steuern ist, erweist sich bei den Punkten „Energieverbrauch" oder „Steuereinnahmen" schon als schwieriger. Dessen ist sich auch Dittrich-Krämer bewusst. „Die Indikatoren sollen Themen in die Gemeinde hineintragen, den Diskussionsprozess noch weiter anstoßen." So könne auch beim Stromverbrauch in der Gemeinde schon etwas bewirkt werden, beispielsweise, indem die Lokale Agenda über Energei-Einsparmöglichkeiten informiere.
„Es gibt eben Indikatoren wie im Bereich Energie, die eher global wirken, und andere wie Grünflächen, deren Wirkung eher lokal ist", sagt Dittrich-Krämer. Das letztliche Ziel beider sei jedoch dasselbe: ein „nachhaltiges" Mutterstadt. Dazu gehören nach dem Verständnis der Lokalen Agenda ebenso gesellschaftliche (Bevölkerungsstruktur, Frauenanteil in Gremien, Anzahl Kindergartenplätze) wie wirtschaftliche Aspekte (Verschuldung, Einkaufen vor Ort). „Die Vielfalt ist wichtig", betont Dittrich-Krämer, die den Indikatoren-Bericht im Rat vorstellen wird.
Auf der Tagesordnung des Gremiums stehen außerdem der Nachtragshaushalt für 2006, die Festsetzung der Gemeindesteuersätze sowie die Unterstützung von Schwerbehinderten bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. (arts)