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Ärger über schlechten Kunstrasen bald verraucht?

FUSSBALL: Mutterstadter Platz soll neuen Belag bekommen - Arminia Ludwigshafen weigert sich, dort zu spielen
Von unserem Mitarbeiter

Thomas Leimert

MUTTERSTADT. Der Kunstrasenplatz im Sportpark Mutterstadt ist ein ständiges Ärgernis. Schon häufiger haben sich Gastvereine über das erhöhte Verletzungsrisiko beschwert und angekündigt, nicht mehr in Mutterstadt spielen zu wollen. Arminia Ludwigshafen hat nun dem Südwestdeutschen Fußball-Verband (SWFV) mitgeteilt, mit keiner Mannschaft mehr dort anzutreten. Das Problem könnte bald gelöst sein. Denn der Kunstrasen soll einen neuen Belag bekommen.

Verletzungen von einigen AH-Spielern des FC Arminia Ludwigshafen bei einem Spiel im Sportpark haben die Arminen handeln lassen. „Es waren zum Glück keine schwere Blessuren, aber so weit muss es ja nicht kommen", sagt Vorsitzender Murat Celik. Er spielt selbst mit. „Man ist damit beschäftigt, nicht umzuknicken oder auszurutschen. Das Spiel ist zweitrangig, der Zufall spielt eine große Rolle", beschreibt Celik.

Als Konsequenz beschloss der Verwaltungsrat der Arminia „aus Fürsorgepflicht keine weiteren Spiele unserer Jugend-, Aktiven- oder AH-Mannschaften auf dem Kunstrasenplatz zuzulassen", heißt es in dem Schreiben an den SWFV. „Im Klartext heißt das, dass wir hinfahren, wenn aber feststeht, dass die Partie auf Kunstrasen ausgetragen wird, verzichten wir auf das Spiel", verdeutlicht Celik. Dabei nehmen die Rheingönheimer Punktabzüge und Geldstrafen für Nichtantreten in Kauf.

Längst nicht mehr glücklich ist die FG 08 Mutterstadt mit dem künstlichen Geläuf, zumal die Zahl der Befürworter kleiner geworden ist oder gar nicht mehr da sind. „Wir können es nicht ändern. Wir haben in dieser Saison bisher mit der ersten Mannschaft bis auf eine Ausnahme auf Naturrasen gespielt", sagt FG-Spielleiter Stephen Schulz. Die einzige Partie auf Kunstrasen war das Derby gegen Maudach, weil es da stark regnete. Wo letztlich gespielt wird, entscheidet nicht der Verein, sondern der Platzwart als Vertreter der Gemeinde. „Deshalb sind Beschimpfungen in unsere Richtung oft unangebracht", betont Schulz. Erreicht haben die Mutterstadter aber, dass die starre Regelung, generell ab 1. Oktober nicht mehr den Naturrasen nutzen zu können, aufgeweicht ist, jetzt auch nach diesem Termin von Fall zu Fall entschieden wird. Reserve, AH und Jugend müssen allerdings weiter mit dem ramponierten Kunstrasen vorlieb nehmen.

Aber möglicherweise nicht mehr lange. Der Erste Beigeordnete von Mutterstadt, Konrad Heller, sagte gestern auf Anfrage, dass „bald eine neue Oberfläche den Ärger vergessen lassen könnte". Der alte Kunstrasen sei zwölf Jahre alt und damit schon zwei Jahre älter als die geplante Lebensdauer. „Wir wissen, dass er verbraucht ist", erläutert Heller. Der Beigeordnete hat sich auf einem Seminar informiert und sich verschiedene Plätze angeschaut. Ihm schwebt eine Anlage wie in Fußgönheim vor. Ein völlig neu zu erstellender Kunstrasenplatz koste rund 400.000 Euro. Wenn aber nur die Decke ausgetauscht werden müsse, Aufbau, Untergrund, Drainage vorhanden seien, käme man mit etwa 250.000 Euro aus, kalkuliert Heller.

In diese Richtung tendiert der Rat. „Es ist noch kein Beschluss gefasst, doch die Verwaltungsspitze befürwortet den Plan", sagt Heller. Nach seinem Kenntnisstand würden die Bürgermeisterkandidaten die gleiche Auffassung wie der derzeitige Amtsinhaber Ewald Ledig vertreten. Nach Hellers Informationen soll die Summe schon in den Haushalt 2007 eingestellt werden, wenn Sportausschuss, Haupt- und Finanzausschuss sowie der Gemeinderat zustimmen.

Ein Teil der Summe müsste über Kredite aufgebracht werden. Laut Heller könnte der Austausch des Belages im Sommer 2007 oder spätestens im Sommer 2008 erfolgen.