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Gemeinden begrüßen Lkw-Nachtfahrverbot

LUDWIGSHAFEN: Neuhofens Bürgermeister Gerhard Frey fordert nun Tempolimit auf B 9

Von unserem Redakteur

Oliver Seibel

Der Kreis sowie die Gemeinden Limburgerhof, Mutterstadt und Neu-hofen begrüßen ein von der rheinland-pfälzischen Landesregierung angestrebtes Nachtfahrverbot für den Lkw-Transitverkehr auf der Bundesstraße 9. Wie berichtet, soll es zwischen Worms und Wörth im Herbst so weit sein. Neuhofens Bürgermeister Gerhard Frey fordert zudem eine Geschwindigkeitsreduzierung für Pkw auf 80 Stundenkilometer.

Das Mainzer Ministerium begründet den Vorstoß damit, dass der Transitverkehr auf der B 9 seit der Einführung der Mautpflicht auf den Autobahnen gerade in der Nachtzeit besonders stark zugenommen habe. Das Verbot soll für Laster über zwölf Tonnen in der Zeit von 22 bis 6 Uhr gelten. Anlieger und Lieferverkehr in einem Umkreis von 75 Kilometern sollen weiter fahren dürfen.

Dieses Ergebnis trifft bei Landrat Werner Schröter (SPD) auf Zustimmung. Er begrüßt, dass eine Lösung gefunden worden sei, die die betroffenen Gemeinden vom Verkehrslärm entlasten könne, aber dennoch keine Belastungen für die einheimische Wirtschaft zur Folge habe. Ob sich das Nachtfahrverbot ausreichend überwachen lasse, müsse die Praxis zeigen.

„Ich kann dieses Vorhaben nur unterstützen. In unserer Region ist durch die Autobahnen so eine gute Infrastruktur vorhanden, da muss man nachts nicht über die B 9 fahren", sagt Mutterstadts Bürgermeister Ewald Ledig (parteilos). Da der regionale Lkw-Verkehr von dem Nachtfahrverbot ausgeschlossen sei, appelliert Ledig an die Vernunft der „Brummifahrer": „Überall, wo sie die Autobahn benutzen können, sollten sie das auch tun."

Beschwerden von Bürgern

Peter Kern (SPD), Bürgermeister von Limburgerhof, argumentiert ähnlich. Obwohl der bebaute Teil der Gemeinde nicht unmittelbar an der B 9 liege, hätten sich zwei Bürger über den Lärm beschwert, der von der Bundesstraße ausgehe. „Insofern begrüße auch ich das Vorhaben", betont der Ortschef. Darüber hinaus könne man über eine Geschwindigkeitsbegrenzung nachdenken.

Ein vehementer Befürworter einer Geschwindigkeitsreduzierung auf der B 9 ist Neuhofens Bürgermeister Gerhard Frey (FDP). „Ich bin schon seit 2002 bemüht, eine Temporeduzierung zu erreichen. Das wurde aber bisher immer abgelehnt", berichtet er. Bei einem Runden Tisch zum Thema B 9 in der vergangenen Woche beim Landesbetrieb für Straßen und Verkehr in Speyer hat Frey nach eigenen Worten erneut die Wünsche der Gemeinde gegenüber Ministeriumsvertretern vorgetragen. Zwischen dem Rheingönheimer Dreieck und der Anschlussstelle Limburgerhof/Rehhütte hält er eine Reduzierung auf 80 Stundenkilometer für sinnvoll. Seiner Einschätzung nach hat die Verkehrsdichte immer mehr zugenommen. „Zwar hat es nicht viel mehr Unfälle gegeben, aber die Zahl gefährlicher Situationen ist gestiegen", versichert Frey.

Ministerium in Prüfungsphase

Wie eine Ministeriumssprecherin auf RHEINPFALZ-Anfrage mitteilte, ist zwar die Ausweisung eines Tempolimits auf 80 Stundenkilometer von Norden kommend bis zur Überführung auf die A 65 bei Maudach angedacht (wir berichteten). Ob diese Geschwindigkeitsreduzierung auch für den weiteren Verlauf der B 9 Richtung Süden kommt, steht allerdings noch in den Sternen. „In diesem Bereich müssen zunächst verschiedene Parameter der Verkehrssicherheit, wie Unfallstatistik und die Dichte der Anschlussstellen - geprüft werden", heißt es aus Mainz.

Für Hubert Rost, Leiter der Verkehrsdirektion Rheinpfalz in Schifferstadt, ist die Geschwindigkeit in punkto Verkehrssicherheit zwar nicht das große Problem. Im vergangenen Jahr seien auf dem 25 Kilometer langen Teilstück der B 9 zwischen der Anschlussstelle Maudach und dem Autobahnkreuz Speyer „nur" 38 Unfälle registriert worden, die auf unangepasste oder überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen waren, informierte Rost auf Anfrage. Dennoch hält der Polizeidirektor ein Tempolimit für Pkw (80 Stundenkilometer) und Lkw (60) aus Lärmschutzgründen für sinnvoll. „Wenn das nichts bringt, kann man immer noch über ein Nachtfahrverbot nachdenken", sagt er.