MUTTERSTADT: Amtszeit endet offiziell 2009
Mutterstadts Bürgermeister Ewald Ledig (63/parteilos) hat noch einmal bekräftigt, dass er vor dem Ende seiner Amtszeit, also spätestens 2009, zurücktreten wird. Wie jetzt bekannt wurde, plant sein Stellvertreter und Erster Beigeordneter, Konrad Heller (65/CDU), bis dahin ebenfalls seinen Rückzug aus der Politik. Den genauen Zeitpunkt ließ er wie Ledig noch offen.
„Ich glaube nicht, dass ich mit 66 Jahren noch im Amt bin", hatte Ledig schon am Abend seines letzten Wahlsieges mitgeteilt. Das war am 27. Mai 2001. Damals hatte sich der Amtsinhaber gerade in einer Urwahl deutlich mit 78,3 Prozent gegen seinen FDP-Herausforderer Udo Geier durchgesetzt. Dass er an dieser Aussage festhält, daran lässt der 63-Jährige gegenüber der RHEINPFALZ keinen Zweifel. „Dieser Entschluss steht fest. Wann genau der Zeitpunkt ist, kann ich noch nicht sagen. Das lasse ich auf mich zukommen", sagt Ledig. Zu den Gründen für seinen verfrühten Rückzug meint er nur so viel: „Die Gesundheit ist für mich das Allerwichtigste."
Seit 1992 ist Ledig Chef im Mutterstadter Rathaus. Vor 14 Jahren stieg er noch für die FWG in den politischen Ring und wurde vom Gemeinderat gewählt, mit einer einzigen Stimme Mehrheit. Nachdem er bei der direkten Bürgermeisterwahl 2001 schon als unabhängiger Kandidat angetreten war, folgte wenige Monate später der Bruch mit den Freien Wählern, bei denen er seit 1974 politisch beheimatet war. Spannungen zwischen Bürgermeister und FWG gab es damals in erster Linie bei der Frage der zentralen Wärmeversorgung für das Neubaugebiet „Am Alten Damm". Ledig trat für ein geplantes Holzhackschnitzelheizwerk ein, FWG-Ratsmitglied Volker Strub stellte sich an die Spitze einer Bürgerinitiative, die gegen diese Anlage kämpfte.
Nachdem es zunächst Gerüchte waren, ist jetzt sicher: Auch Beigeordneter Konrad Heller wird sich vor dem Ende seiner Amtszeit 2009 aus dem politischen Geschäft zurückziehen. „Ich bin jetzt in einem gewissen Alter, in dem man den Jüngeren mal eine Chance geben muss", sagt Heller, der seit 1993 Beigeordneter der Gemeinde Mutterstadt und seit 1994 erster Mann hinter dem Bürgermeister ist.
46 Jahre lang hat der gelernte Schlosser und Maschinentechniker bei der BASF gearbeitet. „Es war schon nicht immer einfach, Job und Ehrenamt zu verbinden. Da musste man schon mal eine Mittagspause anders legen", erklärt er. Besonders intensiv war seine Arbeit im Rathaus, wenn er Bürgermeister Ledig vertreten musste. So wie in der vergangenen Woche, als der Ortschef im Urlaub weilte. Heller saß lange im Gemeinderat, war CDU-Fraktions- und Ortsvereinsvorsitzender. Im Jahr 1999 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zum Zeitpunkt seines Ausscheidens sagt er: „Ich werde allen Beteiligten rechtzeitig Beschied geben, wenn es so weit ist." (os/Archivfotos: Kunz/privat)