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Schwarze Helden auf roter Erde

Aufgetragen
Schwarze Helden auf roter Erde. Der Ascheplatz des VfB Iggelheim stand in seiner Beschaffenheit dem Charakter des im benachbarten Clubheim stattfindenden CDU-Kreisparteitags in nichts nach - staubtrocken und knallhart.

Es spricht jedenfalls für eine beachtliche Leidensfähigkeit, dass sich ein gutes Stündchen vor dem eigentlichen Anpfiff einige wackere Christdemokraten zum Kicken auf eingangs erwähntem Geläuf bei sicher rekordverdächtigen Ozonwerten verabredet hatten: acht gegen acht, zweimal 20 Minuten, Kreisauswahl gegen Ortsauswahl. Am Ende ein gerechtes Unentschieden: zwei Tore hüben, zwei Tore drüben.

Solche Begegnungen reizen - einem natürlichen Reflex gehorchend - zur akribischen Suche nach Parallelen zwischen Platz und Politik: Wer übernimmt die Rolle des Regisseurs im Mittelfeld? Wer beackert die linke Außenbahn? Wer gibt den kompromisslosen Rechtsverteidiger?

Allerdings stand - das betonen die Akteure übereinstimmend und wortreich - der Spaß im Vordergrund. Scherzhafte Hinweise auf fehlende Spielpraxis, steigendes Gewicht und abnehmende Kondition inklusive. Dass auch der alte und neue Kreisvorsitzende Michael Elster vor Böhl-Iggelheim etwas länger nicht mehr gegens runde Leder getreten hatte, dokumentierte dessen dreifach gestreiftes Schuhwerk - Modell „Fritz Walter".

Während die Ortsauswahl im nach den jüngsten Wahlergebnisse etwas unmodischen Schwarz-Gelb antrat, mussten die Kreis-Kicker orangefarbene T-Shirts aus dem Bundestagswahlkampf auftragen. Auf dem Rücken eine Internetadresse: www.maria-boehmer.de. „Maria, hilf!" - die Stoßgebete verhallten mit Blick auf die Defizite im Spielaufbau allerdings ungehört. Zumindest die CDU-Maria hatte Sitzungswoche in Berlin. (örg)