MUTTERSTADT: Investor baut Solarsiedlung
Im Mutterstadter Baugebiet „Am alten Damm" will ein Investor 21 Wohnhäuser in „Passivhaustechnologie" in drei Bauabschnitten errichten. Am Montag wurde zwischen der Gemeinde und dem Bauträger der Vertrag über den Verkauf eines entsprechenden 4700 Quadratmeter großen Grundstückes im Neubaugebiet notariell besiegelt.
Die Gemeinde habe nach einer attraktiven Nutzung des Grundstückes am westlichen Ortseingang gesucht und sei mit der nun gefundenen Lösung zufrieden, sagte Bürgermeister Ewald Ledig (parteilos). In Anlehnung an einen alten Flurnamen soll das Projekt „Solarsiedlung am Rosengarten" heißen. Die 21 Häuser, die auf unterschiedlich großen Grundstücken errichtet werden, sollen 106 bis 158 Quadratmeter Wohnfläche bieten.
Nach Angaben der Planer, des Architekturbüros RMP und des Ingenieurbüros Katzschmann (beide Mannheim), entstehen die Gebäude aus nachwachsenden Rohstoffen. Die verwendete Technologie soll sicherstellen, dass die Wohnungen nur einen extrem geringen Heizwärmebedarf haben und damit dem Gütesiegel „Passivhaus" gerecht werden. Sonnenenergie soll ein „stets behagliches Raumklima" garantieren, was an Energie sonst noch benötigt wird, um Wasser zu erhitzen oder zu heizen, wird über Erdwärmeleitungen den Gebäuden zugeführt. Alle Häuser weisen eine Südausrichtung auf. Die Energiekosten beziffern die Planer auf rund 200 Euro im Jahr für Heizung und Warmwasser. Weiterer Vorteil: Durch Solarenergie und Erdwärme sei man losgelöst von der Entwicklung der herkömmlichen Heizkosten. Daher amortisiere sich ein „Passivhaus" im Zeitraum zwischen sechs und zehn Jahren.
Grundriss und Ausstattung sollen sich an den individuellen Bedürfnissen der Bewohner orientieren, versprechen die Planer. Der Baubeginn ist für September vorgesehen. Über den Verkaufserlös der gemeindeeigenen Grundstücke hielt sich Bürgermeister Ledig bedeckt. „Wir haben den ortsüblichen Preis erzielt", so Ledig, der im Amtsblatt die von der Gemeinde 2001 für knapp 1,9 Millionen Euro auf Kredit gekauften Grundstücke (wir berichteten) für 300 Euro und mehr pro Quadratmeter anbietet. Ledig erhofft sich durch die Passivhausanlage einen Schub für das Neubaugebiet. (rpe)