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In der Ortsmitte ballen sich die Fahrzeuge

MUTTERSTADT: Lokale Agenda übergibt Ergebnisse der Verkehrszählung - Erneut Forderung nach Lkw-Durchfahrtsverbot
Eine von der Lokalen Agenda erstellte Erhebung über die Verkehrsbelastung in Mutterstadt übergaben jetzt Agenda-Vertreter an Bürgermeister Ewald Ledig, an Ratsfraktionen und Polizei. Ergebnis: Rund 54.000 Fahrzeuge passieren täglich die Gemeinde, darunter gut 700 Lkw.

„Da in Mutterstadt keine aktuellen Zahlen über Art und Umfang des täglichen Verkehrs vorlagen, sahen wir Handlungsbedarf", begründet Agenda-Vertreter Dieter Tomanek die Verkehrszählung. Tomanek hat auf mehr als 160 Seiten Zahlen und Fakten zusammengetragen. Mehr als 50 Personen - unter ihnen die Junge Kirche und die Jugendvertretung - hatten sich an der Erhebung beteiligt.

An vier Tagen wurde in verschiedenen Straßen Mutterstadts systematisch gezählt. Von 6 bis 21 Uhr waren die Helfer im Einsatz. Ergebnis: In der Ortslage wurde ein tägliches Gesamtaufkommen von mehr als 54.000 Fahrzeugen am Tag gemessen. Über die Kreuzung in der Ortsmitte fuhren rund 19.000 Fahrzeuge, davon 692 Lastkraftwagen über 3,5 Tonnen. Aber auch 1647 Fahrzeuge des gewerblichen Güterverkehrs unter 3,5 Tonnen listet die Dokumentation auf. Zusätzlich wurden 148 Busse gezählt. Zwischen 18 und 19 Uhr fuhr alle drei Sekunden ein Fahrzeug durch die Ludwigshafenerstraße. Die Speyererstraße ist ein weiterer Schwerpunkt des Verkehrs. Dort fuhr zwischen 16 und 17 Uhr alle 3,6 Sekunden ein Fahrzeug.

„Zahlen fordern zum Handeln auf"

„Die Zahlen sind eindeutig und fordern zum Handeln auf", meint Tomanek. Nach den Vorstellungen der Agenda soll im gesamten Ortsbereich die Tempo-30-Regelung eingeführt werden, um dadurch den Durchgangsverkehr zu verlangsamen. Weitere Forderung: ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen. Damit will man sowohl die Lärm-, als auch die Abgasbelastung reduzieren und so die Lebensqualität verbessern.

Dazu gehört nach Vorstellungen der Agenda auch die Einrichtung eines durchgängigen Fahrradnetzes, auf dem Mutterstadt gut umfahren werden könne, regt Tomanek an und verweist darauf, dass mehr als 2140 Radfahrer täglich gezählt wurden. Von denen querten 634 die Kreuzung in der Ortsmitte. Nach Ansicht der Agenda könnte das Radwegenetz ohne großen Kostenaufwand verwirklicht werden.

Weiterhin soll nach Lösungen gesucht werden, um den landwirtschaftlichen Verkehr im Dorf zu reduzieren. Ziel ist es, dass der Pfalzmarkt direkt von den Feldern aus angefahren werden kann. Auch in Zukunft würden jedoch Traktoren durch Mutterstadt fahren, damit die Bauern auf ihre Felder kämen, sind sich die Agenda-Mitglieder im Klaren.

Die Agenda habe die Verkehrszählung „ohne jegliche parteipolitische Ambitionen" durchgeführt und sei in ihrer Arbeit „gut unterstützt" worden, bilanzierte Tomanek und hofft auf weitere Unterstützung. Das Zahlenwerk sei eine „wertvolle Grundlage für die Verwaltung und den Gemeinderat", lobte Bürgermeister Ledig die Fleißarbeit bei der Übergabe und hob das ehrenamtliche Engagement der Beteiligten hervor.

Ein Exemplar der Verkehrszählung liegt in der Gemeindebibliothek aus. Unter www.agenda21-mutterstadt.de können die Daten abgerufen werden. (rpe)