LIMBURGERHOF: Seehofer fordert Besonnenheit angesichts Vogelgrippe
„Ich bin dankbar, dass ich ins gelobte Land zurückkehren darf", sagte Horst Seehofer (CSU), Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Umweltschutz, gestern Abend im katholischen Pfarrzentrum Limburgerhof. Zuvor hatte der CDU-Kreisvorsitzende Michael Elster den Minister zur Begrüßung an die ursprüngliche Nähe der Pfalz zu Bayern erinnert. Seehofer sprach über Themen wie Landwirtschaft und Vogelgrippe und ermutige die Bürger zu mehr Zutrauen.
Seehofer lobte die Arbeit der neuen Regierungskoalition. Sie pflege einen neuen Politikstil, weg vom theoretischen „Mundwerker" hin zum praktischen Handwerker. Und sie beweise Verlässlichkeit. „Wir haben vieles auf den Weg gebracht und verändern das nicht ständig", sagte Seehofer und verwies auf das gerade vom Bundestag verabschiedete „Impulsprogramm". Damit investiere die Regierung 25 Milliarden Euro in Forschung, Bildung, staatliche Infrastruktur und die Familienförderung.
Seehofer appellierte an das Zutrauen der Menschen, das er schwinden sehe. Dabei sei Deutschland im Agrarsektor viertgrößter Exporteur der Welt. „Das bedeutet: Unsere Produkte werden weltweit als hochwertig eingestuft", sagte Seehofer. Da dürfe ein „Gammelfleisch"-Skandal nicht auf alle Hersteller zurückfallen, lediglich einzelnen schwarzen Schafen müsse das Handwerk gelegt werden.
Seehofer betonte mehrfach, dass ihm sein neues Amt sehr viel Spaß mache. Er habe dabei auch gelernt, wie selbstverständlich andere Staaten bei internationalen Verhandlungen ihre Interessen vertreten. Seehofer forderte, dass auch Deutschland seine Interessen beispielsweise auf der Welthandelskonferenz vertreten solle, wenn es um den Subventionsabbau für alle Länder gehe. Auch die Vogelgrippe sei eine Herausforderung in seinem neuen Job. Das Thema könne aber nur konsequent und besonnen angegangen werden, zu Panik und Hysterie bestehe kein Anlass. „Wir können uns vor dem aggressiven Virus schützen, und eine Beeinträchtigung der Halter durch die Stallpflicht ist besser, als wenn Nutztiere befallen werden", sagte der Minister.
Auch zur aktuellen Diskussion über einen Fragebogen für Einwanderer zeigte Seehofer Flagge: „Einbürgerung ist eine Aufnahme in eine große Familie. Da ist es das Mindeste, dass man sich zu deren Grundsätzen bekennt und deren Sprache spricht." (aksl)