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Große Überraschung und großer Respekt

LUDWIGSHAFEN: Die Kreistagsfraktionen zum Verzicht Landrat Schröters auf eine erneute Kandidatur
Von unserem Redakteur

Jörg Schmihing

Große Überraschung einerseits, großer Respekt andererseits: So haben die im Ludwigshafener Kreistag vertretenen Fraktionen die Entscheidung Werner Schröters (SPD) aufgenommen, für eine zweite Amtszeit nicht mehr kandidieren zu wollen. Diesen Entschluss hat der Landrat am Montag bei einer Sitzung des Gremiums mit einer persönlichen Erklärung öffentlich gemacht und dafür persönliche Gründe genannt (wir berichteten).

Die Überraschung bei der SPD - der politischen Heimat des Landrats - dürfte sich in Grenzen gehalten haben, das Bedauern tut es nicht: „Es ist zuallererst eine Entscheidung, die wir zu respektieren haben, die wir aber auch bedauern", sagt der sozialdemokratische Fraktionssprecher Hans-Dieter Schneider auf Anfrage. Er spricht auch von einer großen Dankbarkeit: „Werner Schröter hat sich ganz persönlich stark dafür eingesetzt, dass die SPD im Rhein-Pfalz-Kreis überhaupt den Landrat stellen konnte", erinnert Schneider an den Wahlsieg Schröters im Jahr 2001. Er habe, so Schneider, das „Amt des Landrats den Bürgern näher gebracht".

Wie der 64 Jahre alte Amtsinhaber die Frage nach seiner persönlichen Zukunft beantworten würde, sei natürlich schon länger Gegenstand von Spekulationen in politischen Kreisen gewesen, betont CDU-Fraktionsvorsitzender Hans-Walter Zöllner. Zunächst einmal sei die am Montag verkündete Entscheidung aber „Sache der SPD und Schröters selbst", so der Chef der größten Kreistagsfraktion, die in einer Koalition mit FWG und FDP die Mehrheit, aber seit dem Rückzug von Schröter-Vorgänger Ernst Bartholomé nicht mehr den Landrat stellt.

Jürgen Creutzmann, Vorsitzender der liberalen Fraktion im Kreistag, räumt ein, mit Werner Schröter „nicht immer einer Meinung gewesen zu sein", schildert die Zusammenarbeit mit ihm aber als „offen und vertrauensvoll". „Er ist eine ehrliche Haut", charakterisiert ihn der Liberale. Dank seiner Popularität verkörpere Schröter den „Landrat für die Leute". Prinzipiell verdiene es Respekt, wenn der Amtsinhaber mit 65 Jahren sagt, dass er in Pension gehen möchte, betont Creutzmann.

Seine Koalitionspartnerin, Rosemarie Patzelt von der Freien Wählergruppe, begrüßt grundsätzlich, dass über Schröters Ambitionen mit der Erklärung vom Montag nunmehr Klarheit herrsche: „Das war mal fällig", sagt sie im RHEINPFALZ-Gespräch. Sie honoriere die Leistung des Landrats, der noch über ein Jahr amtieren wird, freue sich gleichzeitig aber auch auf das Neue, erklärt Patzelt. „Jetzt werden wir mal abwarten, was die beiden Großen machen", sagt sie in Anspielung auf die offene Kandidatenfrage bei CDU und SPD.

Offen überrascht zeigte sich gestern lediglich der Fraktionssprecher von Bündnis 90/Die Grünen, Walter Altvater, angesichts der aktuellen Entwicklung. „Ich hätte eher damit gerechnet, dass er noch einmal antritt", räumt Altvater ein. Er bezeichnet die Entscheidung des Amtsinhabers und die von ihm angeführten Gründe als „respektabel und vernünftig". (Fotos: Kunz (2)/Lenz/Schäfer/privat)