MUTTERSTADT: Expertise gestern vorgestellt
Die in Mutterstadt ermittelten Geruchswerte liegen alle unter den in entsprechenden Richtlinien festgelegten Obergrenzen. Zu diesem Schluss kommt ein von der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in Auftrag gegebenes Gutachten. Ergebnisse der Expertise, die Belastungen in der Umgebung der Kompostieranlage der Firma Zeller prüfen sollte, hat die Behörde gestern Vertretern der Gemeinde, des Landkreises sowie einer Delegation der örtlichen Bürgerinitiative in Neustadt vorgestellt.
Ein unabhängiges, geschultes Probandenteam hat nach eigener Darstellung der SGD von Februar bis Ende Juni dieses Jahres anhand von statistisch verteilten Messpunkten vor Ort ermittelt, wie hoch die Geruchsbelastung in Mutterstadt und Umgebung ist. Das aktuelle Gutachten bestätige im Wesentlichen die bereits 2006 über eine Befragung betroffener Bürger ermittelten Geruchswerte. Auch Begehungen der Behördenvetreter hätten ein ähnliches Bild ergeben, informiert die SGD in einer Pressemitteilung.
Ralf Neumann, Vizepräsident der SGD Süd, betont darin, dass das Gutachten im Interesse der Mutterstadter Bürger in Auftrag gegeben worden sei, um eine „objektive Grundlage für Maßnahmen zur Minderung der Geruchsemissionen" zu gewinnen. Die Landesbehörde hat eigenen Angaben zufolge ihre Forderungen gegenüber der Firma Zeller verdeutlicht und geht davon aus, dass die geplanten technischen Verbesserungen die von den Bürgern vorgebrachten Geruchsprobleme weiter verringern werden.
Wie berichtet, findet bei Zeller derzeit nur der Umschlag von Biomüll, aber nicht dessen Kompostierung statt. Geschäftsführer Andreas Zeller hatte Anfang November Pläne bestätigt, wonach er in Mutterstadt auf die sogenannte Tunnelkompostierung umstellen wolle. Nach dem Bau einer neuen Halle werd das organische Material nicht mehr unter freiem Himmel in mit Planen abgedeckten Containern verarbeitet, die Kompostierung laufe dann in komplett „eingehausten" speziellen Röhren ab. Die Investitionskosten für seine Firma hatte Zeller im November mit bis zu 1,7 Millionen Euro angegeben.
Für die SGD Süd stellt die Bioabfallverwertung „einen unverzichtbaren Bestandteil eines nachhaltigen Stoffstrommanagements dar", heißt es in der gestern veröffentlichten Pressemitteilung. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass alle Anlagen an den Stand der Technik angepasst würden. (örg/red)