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Zeller will in neues Kompostierverfahren investieren

MUTTERSTADT: Biomüll-Verarbeitung in geschlossenem System - Ab sofort nur noch Materialumschlag auf Firmengelände
Eine neue Halle für den Umschlag und ein dort praktiziertes neues Verfahren zur Kompostierung von Biomüll soll die vom Gelände der Firma Zeller ausgehende Geruchsbelästigung der Mutterstadter Ortslage künftig „in vertretbarem Rahmen" halten. Diese zwischen 1,5 und 1,7 Millionen teure Investition hat Geschäftsführer Andreas Zeller gestern der RHEINPFALZ bestätigt. Die Pläne für eine Biogas-Anlage hat das Unternehmen einstweilen zu den Akten gelegt.

Als Grund für die Entscheidung, den bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd gestellten Antrag für die Anlage zurückzuziehen, nannte Zeller „Wirtschaftlichkeitsprobleme". Mit der Abkehr vom bisherigen Kompostierverfahren, das in Containern mit einer Planenabdeckung ablief, wird ab November bis zur Inbetriebnahme des neuen Systems kein Bioabfall mehr in Mutterstadt kompostiert. Das Material wandere nach dem Umschlag auf seinem Firmengelände in die Anlagen von Partnerfirmen, informierte Andreas Zeller gestern im RHEINPFALZ-Gespräch.

Mitte bis Ende 2008 - in diesem Zeitraum soll Zeller zufolge eine neue Halle auf dem Firmengelände fertiggestellt sein, in der sowohl der Umschlag als auch die Verarbeitung von Bio-Abfällen aus der Region laufen kann. Anders als bisher wandert der organische Müll dann aber in Betonröhren zur so genannten Tunnelkompostierung. Die Vorteile des Verfahrens nach Darstellung Zellers: Den Kompostmieten kann mehr Luft zugeführt werden, das mindert die Gefahr von Fäulnis. Die Tunnels seien zudem komplett „eingehaust" und werden von der Halle aus befüllt und geleert.

Zwar wird das Mutterstadter Unternehmen die Investitionen aus eigener Kraft stemmen müssen, Weichen zu dieser neuen Lösung ohne Biogas-Anlage wurden aber auch im Aufsichtsrat der GML gestellt: Das Kontrollgremium des von Städten und Kreisen der Region getragenen Entsorgers hat nach RHEINPFALZ-Informationen bei seiner Sitzung am Dienstag einer Vertragsverlängerung zugestimmt, die Zeller bis zum Jahr 2019 jährlich die Anlieferung von 5000 Tonnen Biomüll garantiert. „Das ist eine sichere Investitionsgrundlage", bewertete Kreisbeigeordneter und Aufsichtsratsmitglied Michael Elster (CDU) diesen Schritt. Zwei Bedingungen seien an die Entscheidung geknüpft gewesen: zum einen, dass der Antrag für die Biogas-Anlage bei der SGD nicht weiter verfolgt werde, zum anderen, dass das „Betriebsgeschehen in Mutterstadt auf Vordermann gebracht" werde.

Mutterstadts Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD) ist trotz der Aussicht, dass die Geruchsproblematik in seiner Gemeinde spürbar geringer ausfallen könnte, vorsichtig: „Es ist noch keine Lösung, dass die Biogasanlage nicht gebaut wird." Entscheidend sei, dass sich am aktuellen Zustand etwas ändere: Wenn jetzt erst einmal nur Biomüll umgeschlagen werde, müsse dieses Umladen auch in der schon auf dem Firmengelände existierenden Halle geschehen, so der Verwaltungschef. Die angekündigten Investitionen bezeichnet Schneider als „dringend". Wie aktuell das Thema nach wie vor bei den Bürgern sei, habe die Flut von Anrufen bewiesen, als dieser Tage Kompost auf einem Feld offenbar nicht untergepflügt war und dort üble Gerüche entwickelte. Deswegen sieht Schneider bei SGD und der Firma nun die Verantwortung, dass die Mutterstadter „wieder unbeeinträchtigt leben können", betont der Bürgermeister. (örg)