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909 Straftaten in einem Jahr

MUTTERSTADT: Polizei stellt im kriminalpräventiven Rat Statistik vor
Aus kriminalistischer Sicht ist Mutterstadt keine auffällige Gemeinde. Das heiß aber nicht, dass dort nichts passieren würde: Beim Treffen des kriminalpräventiven Rates stellte Kai Giertzsch, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion (PI) Schifferstadt, die neuesten Zahlen vor.

Der Polizei sind in Mutterstadt im Jahr 2006 insgesamt 909 Straftaten bekannt geworden, im Jahr zuvor waren es 877. Von einer signifikanten Zunahme könne man hier nicht sprechen, sagte Giertzsch. Solche Schwankungen entstünden schnell, wenn zum Beispiel eine Tätergruppe dingfest gemacht werde - und dies sei in Mutterstadt der Fall gewesen. Aufgeklärt wurden 69 Prozent aller Straftaten. Doch nicht alle Deliktarten werden von der PI Schifferstadt bearbeitet, deshalb sei das statistische Bild nicht vollständig, erklärte Giertzsch.

Der überwiegenden Teil der Taten sind einfache Diebstähle: im vergangenen Jahr 215, zuvor 252. Diebstähle mit erschwerten Bedingungen - dazu gehören Wohnungseinbrüche, Auto-Aufbrüche und alles, was die Überwindung von Sicherungsmaßnahmen erfordert - gab es 221, im Jahr zuvor waren es 158. 108 Roheitstaten, etwa Körperverletzungen, zählte die Polizei 2006, 2005 waren es 129. Betrugs- und Vermögensstraftaten gab es 149, im Vorjahr 151.

Der in der Statistik auffällige Anstieg der Straßenkriminalität - also alles, was im öffentlichen Raum passiert - von 208 auf 264 Fälle sei dadurch zu erklären, dass eine Tätergruppe ermittelt worden sei, die vor allem Fahrräder und Roller gestohlen sowie Autos aufgebrochen hat. Die von der Polizei „Tätergruppe Mutterstadt" getaufte Bande hat insgesamt über 200 Straftaten zu verantworten.

18,4 Prozent aller Delikte im Gebiet der PI Schifferstadt wurden in Mutterstadt registriert - der Bevölkerungsanteil von Mutterstadt liegt bei 14 Prozent. Die Zuordnung von Taten zu Gemeinden beziehe sich jedoch lediglich auf den Ort des Geschehens, nicht auf die Herkunft der Täter, erklärte Giertzsch. In Mutterstadt wurden, wie in anderen Gemeinden auch, reisende Tätergruppen festgestellt, die sich auf Autoaufbrüche spezialisiert hatten.

Anders ist dies bei Fahrrädern: Die werden, sagte Giertzsch, vor allem zum Selberfahren geklaut. Hier gab es in Mutterstadt 72 Täter. Die Polizei gebe zur Sicherung von Haus, Hof und Fahrzeugen gerne Auskunft, sagte Giertzsch. Als Beispiel für gelungenen Prävention nannte er den „Fahrradkäfig" an einer Schule im Limburgerhof, der tagsüber verschlossen wird.

Der Ratsvorsitzende Volker Strub, Dritter Beigeordneter der Gemeinde, erkundigte sich in bei dem Treffen auch nach Straftaten mit rechtsradikalem Hintergrund. Laut Giertzsch ist in Mutterstadt im Vergleich zu anderen Gemeinen nichts auffälliges festzustellen - es gebe lediglich „Einzeltaten". Der Leiter des Ordnungsamtes, Rüdiger Geib, berichtete über die Verordnung zur Gefahrenabwehr, mit der die Gemeinde gegen den exzessiven Alkoholkonsum Jugendlicher am Maifest vorgegangen war. Das Konzept habe sich sehr gut bewährt und Vorbildfunktion: Andere Gemeinden und Städte folgten dem Beispiel. Der Aufwand bei den Alkoholkontrollen sei zwar hoch gewesen, aber habe vor allem das Mitbringen hochprozentiger Spirituosen deutlich reduziert (wir berichteten). (ghx)