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Bäuerliches Leben im Mini-Format

MUTTERSTADT: Kerweausstellung zeigt Arbeiten von Nikolaus Rabong
„Landwirtschaftliche Miniaturen", in Handarbeit von Nikolaus Rabong gefertigt, sind bei der Kerweausstellung des Historischen Vereins in Mutterstadt bis heute im Rathaus zu besichtigen. Sie gibt einen Einblick in die bäuerliche Welt von einst und erinnert an längst vergessene Techniken.

Ein rosa Schweinchen wird gerade im Holzbottich zur Schlachtung vorbereitet. Es dampft der Kessel für das Gulasch, und die Männer legen ihre Rechen und Besen zur Seite. Am Pusta-Ziehbrunnen wird noch Wasser geschöpft und nach dem harten Tagewerk genehmigt man sich im Weinkeller aus großen Holzfässern noch ein Schlückchen. Die Hausfrau müht sich an einer von Hand angetriebenen Waschmaschine ab.

Preisgekrönt wurde dieses Werk des 68-jährigen Donaudeutschen bereits bei einer Ludwigshafener Hobbyausstellung. Alles sei aus Holz und Metall gefertigt, denn Kunststoff gab es zu jener Zeit noch nicht, als die Speisen noch im Keramikgeschirr gekühlt wurden. Eine Kutsche für die Herrschaften ist mit feinem Leder bezogen. Die Leiterwagen mit Deichsel und Geschirr für den Heu- oder Gütertransport zum Markt sind alle voll beweglich. Der Hobbykunsthandwerker hat selbst bäuerliche Wurzeln: Alle seine Vorfahren seien Bauern gewesen, die vor 200 Jahren aus der Pfalz in das Banat ausgewandert seien, berichtete Rabong. „Einfach fantastisch was der Mann geschaffen hat," lobte Lutz Bauer, der Vorsitzende des Historischen Vereins, und kündigte an, dass der Verein auch in Zukunft mit Ausstellungen präsent sein wird. (rpe)