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MUTTERSTADT: Fünf Jahre „Aquabella" - Steigende Besucherzahlen - Höhere Wirtschaftlichkeit

Von unserem Redakteur

Jörg Schmihing

In der Geschichte des „Aquabella" wird der August 2007 wegen des wechselhaften Wetters sicher nicht unter die Rubrik der Rekordmonate rutschen. Zumindest ein bisschen historisch ist dieser verregnete Sommer trotzdem: Das vom Kreis betriebene und zum Zeitpunkt seiner Planung durchaus nicht unumstrittene Freizeitbad zwischen Mutterstadt und Limburgerhof wird fünf Jahre alt.

Satte 10,7 Millionen Euro Baukosten, eine Kehrtwende beim Konzept vom schnöden Schul- und Sportbad zur familienfreundlichen Freizeitstätte - das Projekt „Aquabella" wurde seinerzeit in den kommunalen Gremien ebenso emotional diskutiert wie von alteingesessenen Nutzern des doch arg maroden Kreisbades Mutterstadt-Limburgerhof.

Kreisbeigeordneter Michael Elster (CDU), der die Umbaupläne und deren Umsetzung von seinem inzwischen verstorbenen Kollegen Robert Hofmann (FDP) übernommen hatte, sieht sich in seiner Beharrlichkeit den Kritikern und Skeptikern gegenüber nach fünf Jahren bestätigt: „Die Entwicklung des Bades ist sehr positiv. Der Erfolg zeigt sich als kontinuierlicher Aufbauprozess."

183.753 Bade- und Saunagäste

Seit der Wiedereröffnung im August 2002 kommen Jahr für Jahr mehr Besucher zum Baden und Saunieren ins „Aquabella": 163.691 waren es 2003, sage und schreibe 183.753 im vergangenen Jahr. Vor der Generalsanierung nutzten das technisch und baulich veraltete Bad mit 95.000 Besuchern im Vergleich mit den aktuellen Zahlen gerade mal knapp die Hälfte.

Das Plus bei den Besucherzahlen - unbestritten die Messgröße für die Attraktivität eines Schwimmbades - ist das eine, die Frage der Wirtschaftlichkeit eine andere: Aber auch hier steht das „Aquabella" nach Meinung von Michael Elster und Ria Warmbrunn, Referatsleiterin Bäderverwaltung und Sportförderung, sehr ordentlich da. Immerhin drei Viertel der Gesamtbetriebskosten von 978.000 Euro hat das Bad im vergangenen Jahr unter anderem über die Eintrittsentgelte wieder einspielen können. Vor der Sanierung waren es 1999 beispielsweise nur knapp 40 Prozent.

Dass sich Investitionen in moderne Gebäudeleittechnik, moderne Heizung und effektive Wärmedämmung lohnen, zeigt Elster zufolge eine andere Zahl: Während der Rhein-Pfalz-Kreis vor der großen Umgestaltung rund 4 Euro pro Besucher zuschießen musste, legte er im vergangenen Jahr noch genau 1,38 Euro drauf - eine Rechnung, die freilich nur die reinen laufenden Kosten und nicht die Finanzierung der Investitionen berücksichtigt.

Schwitzen bringt Geld

Die unter diesen Voraussetzungen wichtigste Entscheidung sei jene gewesen, den Saunabereich gegenüber den ursprünglichen Planungen deutlich zu vergrößern. Rund 25.000 „Schwitzer" lassen 220.000 Euro im „Aquabella", etwa sechsmal so viele Schwimmer bringen „nur" 350.517 Euro an Einnahmen. Dass in beiden Bereichen die Besucherzahlen angestiegen sind, hat nicht nur mit dem attraktiveren Bad an sich zu tun, sondern auch mit dessen größerer Verfügbarkeit: Das „Aquabella" hat seit 2003 mit 3900 Stunden im Jahr 1300 Stunden länger offen als vier Jahre zuvor. Das gelte vor allem für die Vormittage und die Wochenenden, so der Kreisbeigeordnete.

Viele der Erfahrungen, die Elster und Referatschefin Warmbrunn in den inzwischen fünf Jahren in Mutterstadt gesammelt haben, dürften in etwas kleinerem Rahmen auch auf die anstehende Modernisierung des Kreisbades Maxdorf-Lambsheim anwendbar sein: das energetische Konzept mit Blockheizkraftwerk und Solarabsorbern beispielsweise. Aber jetzt wird erstmal gefeiert.

Termin

„Aquabella"-Geburtstagsparty am Sonntag, 26. August: Der Kreis gewährt einen Euro Rabatt auf alle Tageskarten. Von 13 bis 18 Uhr findet - abhängig vom Wetter - drinnen oder draußen eine Sommer-Poolparty statt.