MUTTERSTADT: Baubeginn nach der Kerwe - Kosten: rund 114 000 Euro
Nach jahrelangem Hickhack, fast endlosen Diskussionen und Auseinandersetzungen rückt die Lösung immer näher: Das Mutterstadter Palatinum bekommt eine neue Terrasse - wieder aus Holz. Im September soll Baubeginn sein. Die Erneuerung wird rund 114.000 Euro kosten.
Neue Terrasse, alte Optik. Die Terrasse des Mutterstadter Palatinums wird wieder mit Holz belegt. Das Material mit dem Namen Lapacho kommt direkt aus Südamerika. Dass es erneut Holz sein soll, hatte der Mutterstadter Gemeinderat schon vor einem Jahr entschieden (wir berichteten). Einige Ratsmitglieder plädierten damals zwar dafür, ein anderes Material für die rund 400 Quadratmeter große Fläche zu nehmen, beispielsweise Stein. „Aber das wäre viel aufwändiger geworden, und sehr viel teurer", sagt Gunther Holzwarth, Geschäftsführender Beamter der Gemeinde.
Die Erneuerung mit Holz kostet Mutterstadt nun rund 114.000 Euro. „Das muss jetzt gemacht werden", sagt der neue Bürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD). Nach der Mutterstadter Kerwe soll Baubeginn sein, vermutlich im September. Zwei bis drei Wochen später könnte die neue Terrasse fertig sein.
Damit käme eine lange Geschichte doch noch zu einem guten Ende. Denn über die Terrasse diskutieren die Mutterstadter fast seit der Fertigstellung des Palatinums vor neun Jahren. Der Grund: Astlöcher im Holz. Das Material war zudem vor der Verarbeitung nicht lange genug getrocknet worden. Und der Fugenabstand zwischen den Brettern war zu groß. Die Folge: Gutachten wurden erstellt, Stellungnahmen eingeholt. Im Jahr 2004 verweigerte der Rat dem damaligen Bürgermeister Ewald Ledig (parteilos) sogar die Entlastung und sprach eine Rüge aus - unter anderem, weil der verantwortlichen Firma trotz fehlerhafter Terrasse noch Geld überwiesen worden war. Wegen „schlampiger Arbeit" der Verwaltung sei der Gemeinde schwerer Schaden entstanden, hieß es damals im Rat. Später ergab eine Prüfung der Kommunalaufsicht, dass dies nicht der Fall gewesen sei. Ledig wurde entlastet.
Doch die Terrasse ist marode - immer noch, aber nicht mehr lange. „Wir haben uns viel Zeit gelassen und eine Fachfirma ausgewählt", sagt Holzwarth. „Ich bin guter Dinge." Zeitweise hatte die Idee im Raum gestanden, nur einzelne, fehlerhaft verlegte Bretter auszuwechseln. Letztlich hat sich der Rat aber für die große Lösung entschieden: eine komplett neue Terrasse. Und auch wenn sich an der Optik wenig ändert, kommt dennoch eine Neuerung: Schirme. Denn bislang, so Holzwarth, seien die Palatinum-Terrasse und die Glasfront des dortigen Restaurants nicht ausreichend beschattet gewesen. „Beim Umbau werden nun Hülsen für sechs große Sonnenschirme in den Belag integriert." (hti)