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Die Müllmenge steigt leicht

LUDWIGSHAFEN: Kreis stellt Abfallbilanz vor - 442 Kilo pro Einwohner - Michael Elster: Gute Zahlen
Gestern hat der Kreis die Abfallmengenbilanz für 2006 vorgestellt. Fazit: Die Müllmenge pro Bürger steigt, aber sie steigt nur leicht. Für 2007 kündigte der Kreisbeigeordnete Michael Elster die Einführung kleinerer 40-Liter-Tonnen für Bio- und Restmüll an.

Michael Elster ist zufrieden. „Wir haben große Kontinuität", sagte der Kreisbeigeordnete, als er gestern die Abfallbilanz 2006 vorstellte. Die Müllmenge sei nur sehr dezent gestiegen: von 435 Kilogramm pro Einwohner im Jahr 2005 auf 442 Kilogramm im Jahr 2006. „Das sind, verglichen mit anderen Gebietskörperschaften, gute Zahlen." Und es zeige sich, dass das 1998 eingeführte System, das stärker dem Verursacherprinzip Rechnung trägt, funktioniere. Schließlich sei der Anteil der verwertbaren Wertstoffe an der Gesamtmenge gewachsen. Dazu Thomas Springenberg, Umweltingenieur beim Eigenbetrieb Abfallwirtschaft: „Dass sich das Gebührensystem eingespielt hat, sieht man auch daran, dass die Menge an illegal abgelagerten Abfällen seit Jahren sinkt."

Drastisch gestiegen ist indes die Menge an Gewerbeabfällen - um 13,6 Prozent. Der Hintergrund ist jedoch nicht, dass mehr Müll produziert wird, sondern ein Gesetz. Ab Juni 2005 ist ein Deponieverbot in Kraft. Die Folge: Viele Firmen sind von billigeren, privaten Entsorgungswegen abgeschnitten und kehren zu öffentlichen Entsorgern zurück. „Mit diesem Gesetz wurden unsere Gebühren wieder konkurrenzfähig", sagte Elster.

Anders sieht dies in Sachen Metallschrott aus: Die Menge geht zurück, weil private Händler den Schrott aufkaufen. Denn Metall ist derzeit sehr gefragt. „Für uns ein Nachteil, weil auch wir den weiterverkaufen", berichtete Anja Toenneßen, Werkleiterin des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft. „Da brechen uns Erlöse weg."

Weiterhin niedrig bleibt im Rhein-Pfalz-Kreis die Anschlussquote für Biotonnen in Privathaushalten. Derzeit nutzen sie 16,9 Prozent, deutlich weniger als in anderen Kreisen. Ein Problem? „Nein, denn bei uns ist der Anteil der Eigenkompostierer enorm hoch", so Elster. Das sei ökologisch sinnvoll, weswegen es keinen Grund gebe, die Bürger zur Biotonne zu zwingen. „Unser System ist auf die Mündigkeit ausgerichtet, das hat sich bewährt." Gleiches gelte für die Abholung von Sperrmüll und Altglas - bewährt, Veränderungen unnötig. Elster: „Wir sind stolz auf unser komfortables Abholsystem für Glas. Und auch der Sperrmüll auf Abruf wird weiter laufen, das funktioniert gut."

So beschränken sich die geplanten Änderungen auf Details. Künftig können Kunden des Eigenbetriebs auch 40-Liter-Tonnen für Bio- und Restmüll bestellen, bislang fassten die kleinsten Tonnen mindestens 60 Liter. Zusätzlich werde eine 80-Liter-Biotonne eingeführt und die Restmüll-Tonne von 90 auf 80 Liter verkleinert. „Ansonsten bleibt die Grundstruktur unverändert", versicherte Elster.

Allerdings bekommt der Kreis ab dem 1. Januar 2008 eventuell einen neuen Hauptentsorger. Die Vereinbarung mit der Firma Remondis läuft aus, kommenden Dienstag fällt im Werksausschuss die Vorentscheidung, welche Firma künftig zuständig sein wird. Ob dies Auswirkungen auf die Müllgebühren haben wird, konnte Elster gestern nicht sagen. Nur so viel: „Es zeichnet sich derzeit eine gewisse Kostenersparnis ab." (hti)