interview
Am Freitag wird die Junge Union Rhein-Pfalz-Kreis beim Kreistag in Schifferstadt (18.30 Uhr, Pfarrheim Herz Jesu) eine neue Führungsspitze wählen. Andreas May steht nach vier Jahren im Amt nicht mehr für den Vorsitz der CDU-Nachwuchsorganisation zur Verfügung. Unser Redakteur Jörg Schmihing unterhielt sich mit dem Schifferstadter über dessen politische Ambitionen, die Situation der „jungen Wilden" in der Partei und die Landratswahl 2009.
Sie werden bei den Neuwahlen nicht mehr für den Vorsitz kandidieren. Sind Sie zu alt für die Junge Union?
Mit 29 Jahren bin ich sicherlich nicht mehr der Jüngste in der JU. In meinen vier Jahren Amtszeit habe ich mich intensiv für eine Verjüngung eingesetzt, insofern ist es nun auch an mir, die Verantwortung in jüngere Hände zu geben. Überdies sehe ich meine Amtszeit als sehr erfolgreich an, in der wir die JU auf einen guten Weg gebracht und zukunftsgerecht mit einer klaren Struktur und moderner Technik ausgerichtet haben.
In welche Richtung wird sich Ihre (kommunal-)politische Karriere entwickeln?
Bei den letzten Kommunalwahlen habe ich den Einzug in den Schifferstadter Stadtrat sowie in den Kreistag geschafft. Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß, und ich hoffe, auch 2009 wieder für beide Gremien kandidieren zu können. Ich könnte mir durchaus vorstellen, in diesen Gremien später auch in führender Position mitzuarbeiten. In die Landespolitik habe ich durch meine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Speyerer Landtagsabgeordneten Axel Wilke Einblick.
Einer Ihrer Vorgänger, Joachim Greiff, stand zuletzt nicht für eine Bürgermeister-Kandidatur in Mutterstadt zur Verfügung. Scheuen die „jungen Wilden" der CDU die Verantwortung?
Das glaube ich nicht. Joachim Greiff ist mit Leidenschaft ehrenamtlicher Kommunalpolitiker. Aufgrund seines Berufs möchte er den Schritt in eine hauptamtliche Verantwortung nicht gehen, was ich respektiere. Wenn die „jungen Wilden" gefordert und gefördert werden, stehen sie auch bereit.
Einer der JU-Slogans lautet: „Black is beautiful". Was ist so schön an „Schwarz"?
Der Zusammenhalt und die vielen facettenreichen Aktionen, die man nur in der JU erleben kann. „Party and Politics" lautet unser Leitspruch. Durch gesellige Aktivitäten, Besichtigungen oder Infogespräche führen wir die Jugend an die Politik heran und sorgen somit auch für ein Interesse am Einsatz für die Gesellschaft. Im Gegensatz zu den vielen verschiedenen Wählergruppen weiß man bei „Schwarz", wo man hingehört.
2009 steht die direkte Neuwahl des Landrats an. Einer der Aspiranten ist Ihr Parteifreund, CDU-Kreisvorsitzender Michael Elster. Würden Sie seine nochmalige Kandidatur unterstützen?
Michael Elster ist ein ausgezeichneter Erster Kreisbeigeordneter, seiner erneuten Wahl zum Beigeordneten sollte nichts im Wege stehen. Über den Landratskandidaten im Jahr 2009 zu spekulieren, das scheint mir heute noch verfrüht. Michael Elster ist sicherlich ein denkbarer Kandidat. Die CDU muss rechtzeitig einen wählbaren Kandidaten präsentieren, der das SPD-Zwischenspiel beenden kann. Aber: ein Schritt nach dem anderen.
Mit Christian Baldauf steht ein relativ junger Mann an der Spitze der Landespartei. Wann kommt im Rhein-Pfalz-Kreis der Generationswechsel?
Ich bin ein ausgesprochener Baldauf-Fan. Er macht seine Arbeit gut und ist unermüdlich. Leider haben dies einige Medien noch nicht erkannt. Der CDU-Kreisvorstand wurde - nicht zuletzt durch unser Bemühen - auffallend verjüngt, die Jugend ist stark eingebunden. Wir arbeiten bereits am Generationswechsel. (örg/Foto: privat)