Aus dem Protokoll der Ratssitzung:
Bürgermeister Ewald Ledig bezeichnet diesen Tagesordnungspunkt als einen bewegenden Augenblick, denn während seiner ganzen Amtszeit sei Konrad Heller ihm zur Seite gewesen. Als äußerst zuverlässiger Vertreter habe er es dem Bürgermeister leicht gemacht auch 14 Tage in Urlaub zu gehen. Im Laufe der Jahre sei so ein großes Vertrauen gewachsen. Mit Konrad Heller verbinde ihn nicht nur das in etwa gleiche Alter, sondern auch die gemeinsame Kindheit im gleichen Viertel von Mutterstadt. Es sei deshalb selbstverständlich gewesen, dass einer für den anderen immer da gewesen sei. Ewald Ledig dankt Konrad Heller dafür persönlich und auch im Namen der Bürgerinnen und Bürger von Mutterstadt mit den abschließenden Worten: „Konrad Heller hat sich in besonderer Weise um Mutterstadt verdient gemacht.“
Zweiter Beigeordneter Hans-Dieter Schneider betont die vertrauensvolle Zusammenarbeit über die Parteigrenzen hinweg. Immerhin seien sie fast zehn Jahre lang als Beigeordnete Kollegen gewesen.
Dritter Beigeordneter Volker Strub betont, dass er mit Konrad Heller über alles reden konnte, auch wenn sie beide nicht immer einer Meinung gewesen seien.
Fraktionsvorsitzender Joachim Greiff (CDU) würdigt Konrad Heller als rhetorisch geschickt und kompetent, verantwortungsbewusst und mit enormem Durchsetzungsvermögen sowie als praktizierenden Christen. Er könne auf Menschen zugehen und setze sich für ihre Belange (beispielsweise in der Gemeindeverwaltung, im Gemeinderat oder im Kreistag) aktiv ein. Sein jahrzehntelanges Engagement in den unterschiedlichsten Aufgaben fände große Anerkennung und Beachtung. Joachim Greiff erwähnt auch die weiteren Freizeitaktivitäten als Sänger des Männersangverein „Frohsinn“ und des Kath. Kirchenchors sowie als Reisender mit dem Wohnmobil in Europa. Konrad Heller habe der CDU in Mutterstadt insbesondere durch die Funktion als Erster Beigeordneter ein Gesicht und maßgebliche inhaltliche Impulse gegeben. Er habe sie dadurch zur stärksten Fraktion mit aufgebaut. Er sei nicht immer einfach, habe Grundsätze, beziehe in vielen Fragen klar Stellung und gehe dabei auch keiner Konfrontation aus dem Weg. Deshalb hinterlasse er auch Spuren. Die CDU Mutterstadt verdanke Konrad Heller sehr viel und danke ihm von Herzen sehr dafür.
Fraktionsvorsitzender Klaus Leicht (SPD) lobt die seit drei Jahrzehnten andauernde Zusammenarbeit mit Konrad Heller. In dieser Zeit habe Konrad Heller mit Augenmaß und Realitätssinn für das Machbare und ohne parteiliche Ideologie an vielen Entscheidungen mitgewirkt. Trotz unterschiedlicher Wege hätten beide immer das gemeinsame Ziel vor Augen gehabt. Klaus Leicht könne sich nicht erinnern, mit Konrad Heller irgendwann persönlich oder gar unversöhnlich aneinandergeraten zu sein. Stets sei er um Konsens bemüht gewesen, ohne seine politische Heimat zu verleugnen. Die SPD-Fraktion habe sich deshalb auch bei den Wahlen zum Beigeordneten für ihn ausgesprochen. Klaus Leicht dankt persönlich und im Namen der SPD für die faire, offene und loyale Zusammenarbeit und auch für das kollegiale Einvernehmen mit dem Beigeordneten Hans-Dieter Schneider. Konrad Heller könne zu Recht auch ein wenig stolz sein auf das, was er in und für die Gemeinde geleistet hat.
Fraktionsvorsitzender Hartmut Kegel (FWG) dankt und gratuliert im Namen der Freien Wählergruppe und auch ganz persönlich für die vielen aufopferungsvollen Jahre in diesem Ehrenamt. Konrad Heller habe mit seinem Sachverstand und seiner gewinnenden Art bei den Mitgliedern des gesamten Gemeinderates ein hohes Ansehen erworben. Oft habe sein ausgleichendes Wesen nach heißen Diskussionen die Gemüter wieder beruhigt. Mit großer Umsicht habe er Anliegen und Aufträge aus der Bevölkerung und von den Fraktionen aufgenommen und erledigt. Hartmut Kegel dankt auch als Vorsitzender der örtlichen Bauernschaft, für den Einsatz für deren Belange. Konrad Heller habe sich um die Gemeinde verdient gemacht.
Fraktionsvorsitzender Dr. Ulrich Hettenbach (FDP) bestätigt das bisher gesagte. Rückblickend auf den Beginn seiner politischen Arbeit erinnert er sich, dass Konrad Heller ihn 1994 anlässlich der Einweihung des Sportparks „an die Hand genommen“ und vorgestellt habe. Als einzelnes Ratsmitglied sei er danach gut in die CDU-Fraktion aufgenommen worden. Konrad Heller habe den Spagat zwischen Verwaltung und Fraktion geschafft, indem er die Verwaltung gegenüber der Fraktion – und umgekehrt - in Schutz genommen habe. Von Konrad Heller habe er gelernt, dass der Stil wichtiger sei, als die gleiche Meinung und dass es trotz aller Ernsthaftigkeit bei der politischen Arbeit auch lustige Momente gebe.
Konrad Heller dankt allen für die ehrenden Worte. Besonders bedankt er sich bei Bürgermeister Ewald Ledig für 13 Jahre vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit sowie bei seiner Familie für den Verzicht auf private Termine. Er wünsche seinem Nachfolger, dass auch er den nicht leichten Spagat zwischen Verwaltung und Fraktionen meistere. Seine schönsten Erlebnisse seien gewesen, Menschen helfen zu können. Am meisten bewegt sei er allerdings gewesen, wenn er nicht helfen konnte, wenn er nein sagen musste.
Anschließend geht Konrad Heller auf die vier Ressorts ein, die ihm als ständiger Vertreter des Bürgermeisters übertragen gewesen sind:
1. Sport mit Sportpark und – hallen, sowie den Sportvereinen:
Mutterstadt wurde 1996 als sportfreudigste Gemeinde in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet,
5 Bundesligavereine in erster und zweiter Liga,
2. Palatinum; Vom ersten Spatenstich bis zur heutigen Betriebsart nach UDF-Studie, dabei seien das Baustellenkonzert, der jährliche Finanzbedarf und der Terrassenbelag herausragende Punkte gewesen,
3. Kultur und Vereine: Mutterstadt könne im Vergleich zu anderen Kreisgemeinden nicht nur stolz auf seine Vereine sein, sondern auch umgekehrt, die Vereine auf die Unterstützung durch die Gemeinde,
4. Soziales, Senioren und Jugendvertretung: Zu beiden Gruppen gebe es eine besondere Beziehung. Die Begleitung der Seniorenfahrten und -urlaube blieben unvergessen. Die Anwesenheit der Stellv. Vorsitzenden der Jugendvertretung ehre ihn besonders und bestätige die gute Zusammenarbeit.
Dazu kämen noch die Aufgaben als allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. An seine Nachfolger appelliert Konrad Heller, die Geburtstags- und Jubiläumsbesuche beizubehalten, denn die Bürgerinnen und Bürger seien dafür sehr dankbar.
Für die Zukunft wünscht sich Konrad Heller
- gegenseitige Achtung,
- parteiische Sturheit vergessen, denn Parteiengeplänkel wolle der Bürger nicht,
- den Bürger als wichtigste Person beachten sowie
- mit den vorhandenen Einnahmen auskommen.
Zum Schluss dankt Konrad Heller seiner Ehefrau und seiner Familie für die Unterstützung und das Verständnis für sein Hobby. Er schließt mit den Worten „Möge unser Hergott all denen verzeihen, die heute über mich geredet haben, er möge aber auch mir verzeihen, dass ich es gerne gehört habe.“